kinos_im_rampenlichtDie diesjährige ›Berlinale‹ lockt wieder unzählige Besucher aus der ganzen Welt an. Doch neben all dem Rummel und den roten Teppichen erzählen die Kinos der Stadt still ihre eigene Geschichte. Eines davon ist das ›Arsenal‹, das von den ›Freunden der Deutschen Kinomathek e. V.‹ seit fast 40 Jahren geleitet wird. Hier steht die Pflege der Filmgeschichte und Kultur aus aller Welt im Mittelpunkt. Zu diesem Zweck werden ständig wechselnde Sonderprogramme gezeigt. Lange Zeit war das ›Arsenal‹ in einem kleinen Schöneberger Kino beheimatet, bevor es dann zum Potsdamer Platz zog. Das ›Babylon‹, das 1929 gegenüber der Volksbühne eröffnete, ist das einzige kommunale Kino Berlins. Es gehört zu den ältesten noch aktiven Filmtheatern der Hauptstadt. Neben Tonfilmvorführungen fanden hier Theater- und Kulturveranstaltungen der jüdischen Gemeinde statt. Zur Zeit des Nationalsozialismus diente das Kino als Zufluchtsort für Regimegegner. Highlight des unter Denkmal stehenden Hauses ist die deutschlandweit einzige am originalen Platz erhaltene Stummfilmorgel. Im ›Babylon‹ stehen Festivals, Filmreigen und Retrospektiven auf dem Programm. Das Kino ›Central‹ am Hackeschen Markt wurde 1996 gegründet und ist heute umgeben von den schick renovierten Hackeschen Höfen. Das ›Central‹ steht dem Sanierungswahn nach der Wende resistent gegenüber. Das Programmprofil dieses Lichtspielhauses pendelt zischen Kunst und Kommerz. Hier werden Erstaufführungen oder »schräge« Filmreihen gezeigt. Das ›Central‹ ist fester Spielort des ›BerlinBeta Medienfestivals‹. Das ›Cinema Paris‹ am Kurfürstendamm hat, auch wenn der Name und die Lage im französischen Kulturzentrum ›Maison de France‹ es versprechen, nichts mit dem ›Institut Français‹ zu tun. Auch Filme im Original werden hier nicht mehr gezeigt. Was 1998 mit dem Experiment startete, möglichst nur französische Filme im Original zu zeigen, scheiterte aufgrund der geringen Nachfrage. Das Kino zeigt sich elegant im 50er-Jahre-Schick mit viel Messing, Spiegeln und rotem Samt. Gemütliche Sitze mit viel Beinfreiheit sind sein Markenzeichen. Auch für Rollstuhlfahrer ist das Kino bestens geeignet. Zu den beliebtesten Kinos gehört das ›Delphi‹ in der Kantstraße. Es ist eines der wenigen, in denen klassische 70mm-Filme gezeigt werden können. Bis 1949 war es ein Tanzpalast. Die Lichtkrone und die enorme Größe des Kinos bezeugen dies. Das ›Eiszeitkino‹ im Wrangelkiez hat seine Wurzeln in der Schöneberger Hausbesetzerszene. Seit dem Umzug in die Kreuzberger Hinterhof-Fabriketage wurde es professioneller, blieb aber außergewöhnlich. Hier werden Schwaben-Trash, No-Budget- oder Dokumentarfilme gezeigt.

 

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