leeperryDer Mann, der Bob Marley als Mentor und Produzent zu künstlerischem Ruhm verhalf, war Lee ›Scratch‹ Perry. Quasi der Quincy Jones des Reggae. Wie üblich bei solchen Dokus liefern auch in diesem Film von Volker Schaner Weggefährten und Biografen Perrys, der mittlerweile im schweizerischen Einsiedeln residiert, die üblichen One- und Twoliner, aus denen sich das Persönlichkeitsbild ergibt. Die durchweg wohlwollenden Statements reichen dabei von »Legende« bis »Zauberer«. Aus ihnen muss sich der Zuschauer dann selbst einen Gesamteindruck kreieren. Trotz allem lädt dieser DVD-Release, der für die Ausstrahlung bei ARTE wie geschaffen ist, zu einem unterhaltsamen Abend im Pantoffelkino zu Hause ein. Denn zumindest eine titelgebende Vision des hier entworfenen Paradieses ergibt sich aus der Tatsache, dass für das Ausleben des mittelamerikanischen Grooves sowohl der Aufenthaltsort als auch das Alter egal sind. Groove kennt keine Grenzen – auch dafür ist Lee ›Scratch‹ Perry, der am 20. März 80 Jahre alt geworden ist, der lebende Beweis. Und das, obwohl dessen faszinierendes Porträt durch die egomanischen Selbstbeschreibungen des stets schmuckbehangenen Helden ein wenig geschmälert wird. Doch allein das – wenn auch skurrile – Vergnügen, dieses jamaikanische Urgestein im Schweizer Setting zu sehen, ist es wert, sich die DVD anzuschauen.

 

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