Wer weiß eigentlich aus dem Stehgreif, woher das kommt – »blaumachen«? »Blaumachen«, das bedeutet schul- oder arbeitsfrei! Logisch. Aber warum heißt es gerade »blaumachen« und nicht beispielsweise »rosamachen«?
Blau war unter den Farben jahrhundertelang die Nummer eins. Mit ihr konnte leicht gefärbt werden, und sie war preiswert. In Mitteleuropa wurde der Farbstoff seit dem 9. Jahrhundert aus der einheimischen Pflanze Färberwaid gewonnen. Sie sieht mit ihren gelben Blüten dem Raps sehr ähnlich und wurde vorwiegend in Thüringen angebaut. Die Stadt Erfurt wurde reich durch den Handel mit diesem Farbstoff. Später stammte der dann aus der indischen Pflanze Indigo. Doch ganz so einfach war das Blaufärben nun doch wieder nicht.

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Heike Isenmann

Um blau zu färben brauchte man sonniges Wetter, und, da Waid- und Indigofarbstoffe nicht wasserlöslich sind, zudem ein Lösungsmittel. Dafür nahm man menschlichen Urin. Noch besser löste dieser sich mit Alkohol. Allerdings wollte man den Alkohol nicht einfach so dazu kippen, das wäre zu schade gewesen. Also tranken die Färber ordentlich Bier und pinkelten dann auf die Pflanzen im Bottich. Damit die Ärmsten aber nicht stets und ständig betrunken sein mussten, sammelte man auch den Urin aus Gasthäusern. Die Materialien, die gefärbt werden sollten – wie Wolle oder Stoff –, steckte man dann in diese wortwörtlich zum Himmel stinkende Brühe. Heraus kam ein gelblicher Stoff. Blau wurde er erst durch das Sonnenlicht und die Luft – es geschah das sprichwörtliche »Blaue Wunder«! Während dieser Zeit ruhte die Weiterverarbeitung. Die Färber hatten nichts zu tun und machten blau – oder waren noch blau und schliefen ihren Rausch aus – wer weiß!
Heute stinkt Blaumachen nicht mehr zum Himmel! Es gibt Ferien und Urlaub, und für Indigo- oder Jeansblau haben sich inzwischen andere Lösungsmittel gefunden.
Wer in den Ferien zu Hause bleibt, aber trotzdem Lust auf Meerfarbe hat, kommt im Potsdamer ›Kunstgriff. 23‹ auf seine Kosten. Hier geht es in diesem Jahr ums »Aufmischen« der Farbe. »Pimp your Colours« ist das Thema des bunten Sommerprojektes für Kinder und Jugendliche von sechs bis sechzehn Jahren. Die Anmeldungen laufen schon, und ein Praktikumsplatz ist auch noch frei.

Kunstgriff. 23
Atelier; Mal- & Zeichenschule

Heike Isenmann
Carl von Ossietzky Str. 23
14471 Potsdam

Fon: 0331/0160 • 505 373 5

www.kunstgriff23.de
www.frau-isenmann.de

 

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