Die britisch-sudanesische Schriftstellerin Leila Aboulela lädt in ihren Werken dazu ein, die Welt des Islam zu entdecken. Dabei stehen die Menschen im Mittelpunkt, Reisende zwischen den Kulturen, die sich immer wieder neu behaupten und definieren müssen. Ihr aktueller Roman liegt bisher nur als englischsprachige Ausgabe vor. Die Erzählung besteht aus zwei Handlungssträngen. Sie beginnt im Dezember 2010 in Schottland. Natascha, eine junge Akademikerin, besucht im Rahmen ihrer Forschungsarbeit den Studenten Oz und seine Mutter im verschneiten Norden. Sie sind im Besitz des Schwertes von Imam Schamil, dem legendären Befreiungskämpfer gegen die russischen Invasoren, im Kaukasus Mitte des 19. Jahrhunderts. Da die Straßen zugeschneit sind, verbringt Natascha dort drei ereignisreiche Tage und findet unerwartet Antworten über sich selbst. Sie ist Tochter einer Russin und eines muslimischen Sudanesen. Seit der Trennung ihrer Eltern lebt sie in Schottland und hat den väterlichen Teil ihrer Identität vollkommen abgelegt, bis hin zu ihrem Nachnamen Hussein, der ihr bisher nur unangenehme Fragen bereitete. Die Geschichten über Schamil offenbaren der Protagonistin ein wertvolles kulturelles Erbe und die Spiritualität des islamischen Glaubens. Auf den Spuren des Imams findet sie wieder ein Stück Vertrauen in sich und lernt die Skepsis und Vorurteile gegenüber dem Islam neu zu deuten.

 

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