Die Physiotherapie am Stadtschloss
Aenne Lamprecht

Was sind im Winter die häufigsten Beschwerden oder Verletzungen, mit denen Sie in Ihrer Phyiotherapie-Praxis zu tun haben?
Zum einen haben wir im Winter bei Schnee und Glatteis Patienten mit Sturzverletzungen, beispielsweise Handgelenksfrakturen und ähnliches. Die Leute stürzen öfter und rutschen aus. Das passiert nicht nur vielen älteren Menschen, sondern auch Kindern. Zum anderen haben wir in dieser Zeit zahlreiche Patienten mit den klassischen Verspannungen. Aber diese Grundbeschwerden verstärken sich im Winter noch, weil man durch die Kälte viel angespannter läuft. Man friert und zieht dann die Schultern hoch. Solche Beschwerden ziehen sich oft den ganzen Winter lang hin. Außerdem behandeln wir die Folgen von Snowboard-Verletzungen. Im Winter gehören zum großen Teil junge Menschen mit Kreuzbandriss zu unseren Patienten.

Wie behandelt man das in den verschiedenen Fällen?
Nach Sturzverletzungen wie Frakturen wenden wir spezielle Therapien an, durch die die maximal erreichbare Beweglichkeit in den Gelenken wiederhergestellt werden soll. Denn wenn man operiert wurde, hat man an der Bruchstelle Platten drin, worunter natürlich die Beweglichkeit leidet. Durch die Spezialtherapien mobilisieren wir die Gelenke wieder, etwa durch die Manuelle Therapie. Die Manuelle Therapie kommmt auch bei den winterlichen Verspannungen zum Einsatz, wobei hier noch die Osteopathie hinzukommt. Dabei geht es darum, die Strukturen in der Halswirbelssäule zu entlasten und den Patienten gut durch den Winter zu begleiten. Und bei einem klassischen Trauma wie einem Kreuzbandriss wird nach der Operation die Muskulatur wieder adäquat aufgebaut sowie die Ansteuerung geübt und verbessert, sodass der Patient wieder belastbar ist und im nächsten Jahr, falls er nicht genug hat, erneut aufs Snowboard steigen kann. Bei uns werden dafür die Übungen individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und ein Muskelaufbautrainingsplan erstellt. Wenn derjenige dann zusätzlich immer fleißig sein Hausübungsprogramm macht, ist er auch relativ schnell wieder fit.

Gibt es Berufsgruppen, die von Verspannungen häufiger als andere geplagt werden?
Ja, Büro- und Verwaltungsangestellte. Viele Menschen arbeiten in einem Büro und kommen dann nur mittags mal für eine Stunde raus. Deshalb muss man da sehr auf sich achten und am besten präventiv schon mal was tun.

Was kann man alles machen?
Es gibt einige Möglichkeiten. Zum Yoga gehen, zur Rückenschule gehen, Gymnastik machen, einfach um die Beweglichkeit zu erhalten und dadurch Sturzverletzungen vorzubeugen beziehungsweise diese optimal abfangen zu können. Außerdem ist man, wenn man beweglicher ist, im Winter ausgeglichener und nicht so schnell verspannt, denn in der kalten Jahreszeit machen sich chronifizierte Beschwerden wie gesagt verstärkt bemerkbar.

Die Potsdamer Physiotherapeutin Aenne Lamprecht eröffnete im November ihre neueste Praxis ›Physio am Stadtschloss‹, die direkt neben dem Museum Barberini zu finden ist. Die private Praxis für Erwachsene und Kinder bietet neben den typischen physiotherapeutischen Behandlungen auch einige Spezialbehandlungen wie FDM, Osteopathie, Manuelle Therapie und Behandlungen speziell für Kinder an. Darüber hinaus gibt es ab Januar 2017 auch Yoga- und Rückenkurse mit Blick auf das Stadtschloss. In kleinen Gruppen bis 10 Personen können hier dann die guten Vorsätze fürs Jahr umgesetzt werden. Für besonders dringende Fälle ist die Akutsprechstunde, die eine Behandlung am folgenden oder noch am gleichen Tag auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten ermöglicht.

Physio am Stadtschloss
Humboldtstraße 4, 14467 Potsdam
T (0331) 20 19 77 77, physiotherapie-potsdam.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 7-20 Uhr, Sa bei Bedarf

 

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