Ich liebe Roadmovies mit alten bärtigen Männern. Und wenn sie dann noch echt coole Mucke wie hier machen – umso besser. Aber die Musik ist hier eher nebensächlich. Vorrangig geht es um vier Freunde, die leidenschaftlich zusammen musizieren und sich nun endlich auf ihre erste US-Tournee freuen dürfen, die den späten Durchbruch bedeuten könnte. Das Glück scheint aber nicht auf ihrer Seite zu sein: Einen Tag vor Abflug stirbt Jipe, der Sänger der Band. Der Rest der Truppe trauert und beschließt schnell, die Tournee dennoch anzutreten – mit der Asche ihres Anführers im Gepäck. Und wie es so ist, wenn man sich vermeintlich lange kennt, gemeinsam viel erlebt hat und sich jetzt auf eine komplett neue und an allen Ecken und Enden unvorhergesehene Erfahrung einlässt, geht manches schief und läuft aus der Bahn, sodass man sich komplett neu und anders kennenlernt. Das Verlassen des eigenen Sicherheitsbereiches, seiner sogenannten Komfortzone, lockt ungeahnte Gefühle und Reaktion hervor. So erleben die bärtigen Rocker der belgischen Band ›Grand Ours‹ eine abenteuerliche und irrwitzige Reise, in deren Folge so einige Geheimnisse und Verstrickungen daheim ans Tageslicht geraten. Gerade dieses Aufbrechen des Alltäglichen trägt diesen Film und seine Protagonisten. Und trotz der witzigen und doch etwas überhöhten Erzählweise und die Skurrilität der einzelnen Situationen wirken die Erzählungen und neuen Erfahrungen aller Beteiligten echt und empathisch.

 

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