Wer mit der Friedensfahrt, Olaf Ludwig, später dann Tour de France und Jan Ullrich groß geworden ist, der kennt natürlich Jens Voigt. Er, der der eigentlich letzte und einzige Halt in der nachfolgenden, durch öffentliche Dopingskandale verseuchten Radsportzeit ist, war quasi das gute Gewissen und der einzige Grund, diese Sportart (wenn auch bei Weitem nicht so intensiv wie früher) weiter zu verfolgen. Er wirkt im Leben wie im Sport immer echt, sympathisch, nahbar, und doch jederzeit kämpferisch. Man nahm ihm als einem der wenigen immer den ehrlichen Sportler ab. Sicherlich auch dank des Wissens um sein bodenständiges Leben mit Frau und sechs Kindern und kleinem Häuschen im Grunewald.
Nun hat er vor einiger Zeit das Peloton verlassen, den Profiradschuh an den Nagel gehängt und seine »freie« Zeit unter anderem mit dem Schreiben (lassen) eines Buches verbracht. Das ist besonders interessant für alle die, die in der DDR POS, Sportschule und dann die Wende- und Nachwendezeit aktiv mitgemacht haben. Das Buch ist anfangs ein wenig wie ein Abgleich mit den eigenen Erinnerungen. Leider etwas sprunghaft und ein wenig inkonsequent erzählt, aber doch sehr interessant und so geschrieben, als würde Jens Voigt es gerade alles selbst erzählen. Unterm Strich eine schöne und auch motivierende Geschichte, die noch lange kein Lebenswerk abschließt.

 

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