Verboten! – Dieses Schicksal ereilte im Jahr 1965 zehn Filme, die halbe Jahresproduktion, der DEFA. Grund dafür waren Beschlüsse des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED, des »Kahlschlag-Plenums«. Eigentlich als Wirtschaftsversammlung geplant, geriet das Plenum bald zu einer grundsätzlichen Diskussion über die ostdeutsche Kulturpolitik. Als Folge wurden einige der zugleich kritischsten und spannendsten Filme des DEFA-Studios mit einem Aufführungsverbot belegt. Bekanntestes Beispiel dürfte Frank Beyers ›Spur der Steine‹ sein, in dem Manfred Krug als Zimmermann und Brigadeleiter Balla brilliert. Kurt Maetzigs ›Das Kaninchen bin ich‹ setzte sich kritisch mit der sozialistischen Strafjustiz auseinander. Hier hatte Wolfgang Winkler, später zusammen mit Jaecki Schwarz Hallenser ›Polizeiruf‹-Ermittler, seinen ersten Auftritt vor der Kamera. Auch der erste und einzige Spielfilm des Multitalents Jürgen Böttcher, der unter dem Pseudonym Strawalde ein vielseitiges Werk als Maler schuf, stieß bei den zuständigen Kulturstellen auf Unverständnis. ›Jahrgang 45‹ wurde bereits in der Rohfassung zurückgezogen. Und in ›Karla‹ spielt die großartige Jutta Hoffmann eine Lehrerin, die mit ihrem unkonventionellen Verhalten bei Kollegen und Behörden aneckt. Diese und alle weiteren Verbotsfilme sind jüngst in einer ansprechend aufgemachten DVD-Box erschienen, die nicht nur DEFA-Fans zu empfehlen ist.

 

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