Dass immer mehr Menschen schon morgens »eine Laus über die Leber läuft«, liegt unter anderem daran, dass Erkrankungen an Leber und Galle in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Das liegt vor allem an zu viel Alkohol, zu fettem Essen und zu wenig körperlicher Bewegung.
Was sind aber Anzeichen für eine überfrachtete Leber? Man wird schneller müde als früher, hat häufig ein Völlegefühl im Bauch, oft verbunden mit Blähungen und Aufstoßen, die Leistungsfähigkeit hat nachgelassen. Alkohol und zu fettes Essen werden nicht mehr so vertragen wie früher, häufig kommt Appetitlosigkeit dazu. Gelbliche Verfärbungen in den Augen sind übrigens auch ein Anzeichen für eine Leber, die nach Entlastung schreit.
Eine gut funktionierende Leber ist nicht nur lebenswichtig, sie bestimmt auch, wie viel Energie, Vitalität und Lebensfreude wir haben. Sie ist das zentrale Organ des Stoffwechsels. Umso folgenreicher ist es, wenn die Leistungskraft der Leber nachlässt.

Gallebitter? Ja, bitte!

Bitterstoffe nehmen in der traditionellen Pflanzenheilkunde eine wichtige Rolle ein, geraten aber leider immer mehr in Vergessenheit. Unser Essen schmeckt immer gleicher und, was noch bedenklicher ist – immer süßer! Wenn der Salat oder der Spargel bitter schmecken, denkt man: »Schlechter Geschmack! Schlechter Koch!« Früher jedoch waren viele Speisen erheblich bitterer. Es wurde einerseits weniger Zucker zugesetzt. Andererseits enthielten die Früchte selbst mehr bittere Stoffe. Chicorée, Spargel und Radicchio wurden aber für die aktuellen Geschmacksvorlieben extra »entbittert«. Aber mit dem Bitteren geht vieles verloren. Denn während Süßes Lust auf immer mehr erzeugt, machen Bitterstoffe schneller satt. Wer abnehmen will, tut gut daran, Bitterstoffe zu sich zu nehmen. Einige Obst- und Gemüsesorten wie Grapefruit, Chicorée, Radicchio oder Endiviensalat enthalten genügend Bitterstoffe.
Auch zur Verbesserung der Verdauung und innerlichen Reinigung haben Heilkundige oft Bitterstoffe eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl bei Magenbeschwerden eine Wermutkur. Wermut als eine der bittersten Pflanzen regt die Durchblutung der Verdauungsorgane an. Er mindert Völlegefühl nach dem Essen, Blähungen und Bauchschmerzen. In vielen Kulturen wird Wermutschnaps zur Verdauungsförderung gereicht.
Übrigens: Wer regelmäßig bittere Speisen in die Kost einbaut, empfindet diese bald nicht mehr als unangenehm. Typische Bittergewürze werden in den als »besonders gesund« bezeichneten Küchen des Mittelmeeres oder auch Indiens eingesetzt: Kurkuma, Ingwer, Salbei, Rosmarin und Basilikum. Vielleicht ist das schon eines der gesundheitsfördernden Geheimnisse der fremdländischen Kost.

Über Bittermittel kann man sich auch in der Apotheke informieren!

Leberwickel

Die Leber lässt sich durch einen Griff in die Trickkiste von Mutter Natur entlasten: mit Leberwickeln. Sie fördern die Durchblutung und unterstützen die Entgiftung des Organismus. Dazu einfach eine Wärmflasche mit heißem Wasser füllen, diese in ein leicht angefeuchtetes Leinentuch wickeln und direkt auf die Leber legen. Die Leber befindet sich unterhalb des rechten Rippenbogens. Ein trockenes Handtuch darüber legen, zudecken und eine Stunde ausruhen. Wer dabei einschläft – umso besser, denn Entspannung ist eine hervorragende Medizin.

Leber- und Galle-Reinigungskur

Empfehlenswert ist auch eine Leber- und Galle-Reinigungskur über sechs Tage. Eine solche Kur ist nicht einfach, lohnt sich aber. Apotheken-Kunden, die diese Kur angewendet haben, berichten regelmäßig von einem befreiten Gefühl. Während der Kur, die man zu Hause macht, ernährt man sich vegetarisch und trinkt viel Wasser und Säfte. Außerdem sollte auf Alkohol, Milch- und Weizenprodukte sowie auf Kaffee verzichtet werden. Mit speziellen Tees, homöopathischen Globuli und Pflanzenextrakten werden Leber und Galle während der Kur angeregt.

Bettina Zurek
Potsdamer Straße 181
14469 Potsdam
T 0331.52 04 12
www.ribbeck-apotheke.de

 

Kommentare sind geschlossen.