Mit ›24 Wochen‹ erschien in den letzten Tagen noch ein weiterer aufwühlender und extrem empfehlenswerter Film. Dazu mit Bjarne Mädel auch noch mit einem meiner sowieso schon allerliebsten Schauspieler und, an dessen Seite, einer nicht minder großartigen Julia Jentsch. Beide spielen ein Paar, das erfährt, dass es ein schwer krankes Kind erwartet – und nun in der 24. Woche entscheiden muss, ob es abtreiben will oder nicht. Dieser Film handelt von Spätabtreibung und Pränataldiagnostik, ein Thema, mit dem man spätestens während der ersten Schwangerschaft in Berührung kommt. Und ein Thema, dem man sich absolut stellen muss, das einen selbst an den Rand der Erträglichkeit bringen kann, und das eine ernsthafte Partnerschaft im Schatten der Schwangerschaft auf eine gnadenlose Probe stellen kann, um unter Umständen auf eine existenzielle Entscheidung hinauszulaufen. Mit diesem Film ist der jungen Regisseurin Anne Zohra Berracheds ein wirklich ein besonders intensiver und lange im Gedächtnis haften bleibender Film gelungen. Interessant ist im Übrigen auch die Entstehung beziehungsweise Herangehensweise an diesen Film. Während die Familienmitglieder vollständig von Schauspielern verkörpert werden, spielen sich zum Beispiel die Ärzte und Psychologen, die im Film vorkommen, selbst. Damit entsteht innerhalb des Filmes ein dokumentarischer Anteil, der einen gewichtigen Teil der emotionalen Macht des Inhaltes ausmacht.

 

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