Foto: Kunst & Archiv, Hans-Peter Klie

Anlässlich des 500. Reformationsjahres setzt sich der Konzept- und Installationskünstler Hans-Peter Klie in seinem neusten Projekt ›Wie die Bilder nichts wären‹ kritisch mit dem Kirchenreformator Martin Luther und seinem Verständnis von Bildern und Texten auseinander. Die Fotografien, Schriften, Boden-Audio- und Objektinstallationen greifen verschiedene Themenfelder auf, die Kirche und Bevölkerung schon in der Reformationszeit bewegten. Der Künstler verwendet vorhandene Materialien, die er beispielsweise durch Dekonstruktion modifiziert und in andere Medien übersetzt. So werden neue Sichtweisen möglich und Aspekte deutlich. Klie will Luther und seine Zeit aus einem künstlerisch-philosophischen Blickwinkel betrachten und durch seine Kunst eine zeitgenössische, nachdenkliche Haltung ermöglichen, denn die Ziele des Reformators und die Rolle, die er den gläubigen Christen zugedacht hat, sind kaum in die heutige Zeit übertragbar. Von dieser These ausgehend zeigt das Kunstprojekt in fünf Teilen den Kampf zwischen Wort und Bild, der die Reformation wesentlich prägte. Die Bodeninstallation ›500 Fragmente‹ ist der erste Teil seiner Exposition. Dafür wurde das Werk ›Die Frau mit dem Spinnennetz zwischen kahlen Bäumen‹ des romantischen Malers Caspar David Friedrich vergrößert und in 500 dreieckige Teile zerschnitten. Diese Fragmente wurden in Rahmenwinkel eingepasst und im Raum verteilt. Zu sehen ist das Ganze bis Juli in der historischen Kapelle im Museum Schloss Doberlug. Teil zwei bis fünf seiner Installationen finden sich hingegen von Mai bis Oktober im alten Pfarrhaus und in der Dorfkirche in Kolochau. Hier präsentiert der Künstler bewegte Bilder und Objekte. Als Ausgangspunkt dienen ihm dabei besonders die Begriffe »glauben« und »übersetzten«, die mit Hilfe von Sprachkritik und verschiedenen Medien beleuchtet werden. Klie überträgt diese Begriffe in Textfragmente, reflektiert und problematisiert diese. Er will Widersprüche in den Kategorien Theologie, Philosophie und Literatur sichtbar und erfahrbar machen und aufzeigen, dass der Reformator die gegenwärtige Moderne mit ihrer Flut an Bildern, Texten und Medien mit ziemlicher Sicherheit abgelehnt hätte. Erstaunlich, da er doch mit rund 500 überlieferten Bildern die am häufigsten dargestellte Person seiner Zeit ist.


WIE DIE BILDER NICHTS WÄREN #01

500 Fragmente
Bodeninstallation in der historischen Kapelle (EG) im Museum Schloss Doberlug im Rahmen der Ausstellung reFORMationen, Doberlug-Kirchhain.
19. März – 2. Juli 2017
Eröffnung: 19. März 2017, 15 Uhr Öffnungszeiten: Di – So 10 – 17 Uhr
Schloss Doberlug, Schlossplatz,
03253 Doberlug-Kirchhain
Charity-Verkaufsaktion: Reparatur der Schrickel-Orgel in der Dorfkirche Kolochau

WIE DIE BILDER NICHTS WÄREN #02 bis #05
Video- und Objektinstallationen im Alten Pfarrhaus
und in der Dorfkirche Kolochau.
20. Mai 2017 – 28. Oktober 2017
Eröffnung: 20. Mai 2017

www.hans-peter-klie.de/de/aktuelles

 

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