Prenzlau am Unteruckersee
Altstadt in Schwedt
Oder-Neiße-Radweg
Marienkirche in Prenzlau

»Fahrradmitnahme im Regional-Express« ist das Stichwort, das am Anfang (nicht nur dieses Artikels, sondern auch) der Radwanderung durch die Brandenburgische Uckermark steht. Mit dem Zug geht es in die Stadt Prenzlau, die als Startpunkt der Tour schon so einiges zu bieten hat.
Neben dem Stadtpark und der sehr gut erhaltenen Stadtmauer mit ihren Tortürmen kann man hier auch einige – im wahrsten Sinne des Wortes – steinalte Kirchengebäude besichtigen: zum Beispiel das seit über 700 Jahren bestehende Dominikanerkloster. Dieses zieht seine Geschichtsträchtigkeit aber durchaus auch aus jüngeren Jahrhunderten; so spielte in der Klosterkirche vor gut 40 Jahren der Liedermacher Wolf Biermann sein letztes Konzert vor der Ausbürgerung aus der DDR. Von den Kirchtürmen der monumentalen Marienkirche öffnet sich der weite Blick über die Stadt und das Umland. Nach einem Spaziergang durch den am Ufer des Unteruckersees gelegenen Park der Landesgartenschau 2013 wird nun aber endlich losgeradelt.
Östlich verlässt man Prenzlau zunächst über die B198 und dann auf der Grünower Chaussee – spätestens nach der Autobahnauffahrt hat man die Straße weitgehend für sich allein. In der kleinen Ortschaft Schmölln ist der See, der sich hinter der Kirche versteckt, ein sehr idyllischer Geheimtipp für alle Badewilligen. Weiter führt die Route durch Wartin und Casekow nach Gartz, das direkt an der Oder liegt.
Zu dem etwas verschlafenen Charakter des Städtchens gehört auch die recht luftige Bebauung im historischen Kern. Die Baulücken rühren zum Teil noch von der Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs. Zwar hatte sich die Stadt damals der Roten Armee bereits ergeben, doch einige Endsieggläubige tauschten die weiße Flagge auf dem Kirchturm kurzerhand gegen die Hakenkreuzfahne aus. Das Resultat des darauf folgenden Beschusses ist auch der Stadtkirche St. Stephan heute noch anzusehen.
Gartz lässt man in südlicher Richtung auf einer der schönsten Radstrecken Brandenburgs hinter sich: dem Oder-Neiße-Radweg. Nach gut 20 Kilometern, die durch den naturbelassenen und weitläufigen Nationalpark Unteres Odertal führen, erreicht man schließlich Schwedt. Die frühere sozialistische Musterstadt hat sich gut herausgeputzt, was sich insbesondere im Altstadtquartier um die Katharinenkirche zeigt. Ein ganz besonderes Kleinod ist die Schwedter Mikwe (geöffnet Di. 10–17 Uhr, Sa. 14–17 Uhr). Dieses rekonstruierte jüdische Ritualbad zeugt vom einstigen Leben und der Kultur der Juden in der Uckermark. Und im Ortsteil Vierraden kann man sich im Tabakmuseum über den Tabakanbau informieren, der eine lange Tradition in der Region hat. Es lohnt sich also, in Schwedt zu verweilen, bevor der zweite Teil der Radtour (der im nächsten friedrich vorgestellt wird) ins Barnimer Land führt.

 

Kommentare sind geschlossen.