Christin ist gelangweilt. Sie lebt mit Mitte zwanzig auf dem Milchviehhof ihres Freundes Jan. Nach abgebrochener Friseurausbildung hilft sie dort eher widerwillig beim Melken und bei der Versorgung der Kälber. Ansonsten fährt sie mit Jan im Trecker über die Felder, guckt alle paar Tage nach ihrem alkoholkranken Vater und schüttet in ihrem Auto gebunkerten Schnaps in sich rein. Sie erwartet nicht viel vom Leben. Ist schon desillusioniert, bevor es richtig angefangen hat. Aufgewachsen in der Mecklenburger Provinz kurz vorm ehemaligen Grenzgebiet glaubt sie einfach nicht, dass das Leben viel für sie bereithält. Halt- und perspektivlos verschafft sie sich ihre Kicks durch nicht zuletzt selbstzerstörerische Handlungen und Sabotage. Die aktuellen Themen der Landwirtschaft bekommt sie nur am Rande mit: Milchpreise und Windräder. An diesen interessiert sie nur der Techniker Klaus, mit dem sie eine kurze, heftige Affäre beginnt und sich damit ihrer Daseinsberechtigung auf dem Hof beraubt. Konsequent radikal zeichnet Alina Herbing ihre Antiheldin Christin und sprachlich immer authentisch. Sie trifft einen Ton und kreiert eine Atmosphäre, die auf dem Land Aufgewachsenen einen Schauer des Wiedererkennens bescheren dürften.

 

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