Autoren aus Gabun sind hierzulande noch wenig bekannt. Janis Otsiemi ist einer von ihnen. Im Hamburger Polar Verlag erschien kürzlich sein außergewöhnlicher Kriminalroman in deutscher Übersetzung, mit einem Interview im Anhang. Die zwei Kriminalpolizisten Owoula und Boukinda kennen sich schon seit Jahren. In der gabunischen Hauptstadt Libreville ermitteln sie in einem Geflecht aus undurchsichtigen illegalen und kriminellen Machenschaften bis in die obersten Ränge der Regierung. Die beiden sind direkt dem Innenministerium unterstellt, und ihre »Jagd auf das Verbrechen« beschränkt sich ganz auf die Interessen ihres Arbeitgebers. Da sich ihre Ausstattung eher spärlich gestaltet, bedienen sie sich zweifelhafter Methoden und Mittel. Als es kurz vor den Wahlen zum Mord eines Journalisten kommt, hat dieser Fall oberste Priorität. Tatort ist der Strand nahe dem Präsidentenpalast. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine Staatsaffäre handelt. Obwohl Otsiemi zu Beginn seines Romans darauf hinweist, dass es sich um reine Fiktion handelt, spielt die Erzählung doch ziemlich nahe am politischen Geschehen in seiner Heimat. Sein Schreibstil ist so vielschichtig und geschickt, dass er möglicherweise dadurch noch keiner Zensur ausgesetzt war. Die Kommissare lösen am Ende den Fall, während die zivile Bevölkerung, sich selbst überlassen, am Rande der Machtspiele ihr Dasein fristet.

 

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