Kraftklub sind für einige Menschen dort draußen ja immer ein bisschen zweischneidig. Manche sagen den sympathischen Jungs aus Karl-Marx-Stadt – äh, Chemnitz – nach, viel zu schnell viel zu groß geworden zu sein. Aber ich finde, dass sie den frühen Hype extrem souverän gemeistert haben und unbeirrt ihren Weg gehen. Das heißt dann aber leider auch, dass mitunter der eine Song so ähnlich funktioniert wie der andere. Nicht destotrotz finden sich auf allen Alben zwei, drei Stücke, die das Zeug zum Klassiker haben. Was auf dem ersten Album ›Ich will nicht nach Berlin‹ oder ›Songs für Liam‹ waren, sind auf dem vorliegenden, nun schon dritten Album beispielsweise ›Fenster‹ oder ›Dein Lied‹. Wobei mich ›Fenster‹ extrem abholt. Ich kenne derzeit kein besseres Lied, das das Thema »Gutmenschen« und so weiter besser auf den Punkt bringt. Und das natürlich in der typisch sarkastisch-humoristischen Kraftklub-Art. Ich kann den Text des Liedes jedenfalls voll unterschreiben und das Teil auch auf Dauerschleife hören. Und beim ersten Hören dachte ich tatsächlich die ganze Zeit: »Eigentlich ist das doch ein typischer Farin-Urlaub-Song?!« – Und wer singt zum Ausklang des Liedes im Refrain? Ja, richtig! Und schon lief mir ein wohliger Schauer über den Rücken.
Aber auch ›Fan von Dir‹ oder ›Am Ende‹ (mit Sven Regner als Gastsänger) sind ganz klar zukünftige Klassiker.
 

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