Neben den gefühlt Hunderten Jamaica- und Reggae-History-DVDs rutschte mir jetzt eine (fast) gänzlich andersartige Musik-DVD ins Regal. Und das nicht ohne Grund. ›Mali Blus‹ erzählt oder besser gesagt: dokumentiert in Form eines Roadmovies die Musikszene Malis anhand der Geschichte der vier Musiker (in ›Mali Stars‹) Fatoumata Diawara, Bassekou Kouyaté, Master Soumy und Ahmed Ag Kaedi.
Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Sie prägt seit jeher Malis kulturelle Identität, doch sie wird immer mehr von radikalen Islamisten bedroht. Diese führten im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Künstler. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Vidal.
Der Film erzählt vom Hass, vom Misstrauen und der Gewalt in ihrem Land und davon, wie die Musiker dagegen »anspielen«, weil sie die radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Weder in Mali noch an einem anderen Ort auf der Welt.
 

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