Start der Tour: Symbol preußischer Sparsamkeit und Kunstfertigkeitì: das Luisendenkmal in Gransee

Mit einem Umstieg in Oranienburg gelangt man dank des Regionalexpresses zügig nach Gransee, dem Ausgangspunkt der Radtour. Doch bevor in die Pedalen getreten wird, sollte man sich eine Besichtigung Gransees nicht entgehen lassen. Der Ort ist verdientermaßen Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft ›Städte mit historischen Stadtkernen‹ des Landes Brandenburg. Denn mit der Stadtmauer, der doppelspitzigen Marienkirche und dem Ruppiner Tor kann man hier einige gut erhaltenen Bauwerke aus dem 14. und 15. Jahrhundert in Augenschein nehmen.

Weihnachtspostamt in Himmelpfort

Etwas jüngeren Datums ist das Monument auf dem Marktplatz, das Friedrich Schinkel zum Gedenken an die Aufbahrung der 1810 verstorbenen Luise von Preußen geschaffen hat. Der nachgebildete Sarkophag mitsamt des filigranen Baldachins besteht gänzlich aus Berliner Eisen – »Symbol preußischer Sparsamkeit und Kunstfertigkeit«, wie Heinz Ohff in ›Ein Stern in Wetterwolken‹, seiner Biografie der beliebten Preußischen Königin, festhält. Der Granseer Marktplatz ist aber auch noch als ein Drehort des DEFA-Klassikers ›Einfach Blumen aufs Dach‹ in Erinnerung.
Von hier führt nun die Radtour stadtauswärts und weiter in nördlicher Richtung entlang der B96. Diese verlässt man rechter Hand zwischen dem Kleinen und dem Großen Wentowsee, um wiederum auf dem Pozerner Weg Kurs auf den Stolpsee und seinen Nachbarn Sidow-, Moderfitz- und Haussee zu nehmen. Mit ihnen erreicht man nicht nur die Brandenburgischen Ausläufer der Mecklenburger Seenplatte – sodass auf der Strecke für eine nasse Abkühlung gesorgt ist –, sondern auch die kleine Gemeinde Himmelpfort. Hat man hier dem im Sommer eher beschäftigungslosen Weihnachtspostamt einen Besuch abgestattet, geht die Fahrt weiter nach Lychen.

Boitzenburger Schloss

Die Flößerstadt trägt ihren Namenszusatz nicht umsonst, liegt sie doch inmitten eines halben Dutzends Seen. Die Ansicht Lychens wird geprägt von der eindrucksvollen, im 13. Jahrhundert errichteten Feldsteinkirche St. Johannes. Nicht uninteressant ist, dass aus Lychen ein Utensil stammt, mit dem Fahrradfahrer erst mal nicht allzu viel zu tun haben (möchten): 1903 wurde hier die Reißzwecke erfunden. Hoffentlich ohne Platten geht die Fahrt weiter auf der Boitzenburger Chaussee in ebendieses Boitzenburg.
In der kleinen Ortschaft hatte das märkische Adelsgeschlecht der von Arnims über Jahrhunderte hinweg seinen Stammsitz. Ihr märchenhaftes Schloss liegt auf einer kleinen Insel und inmitten eines von Peter Joseph Lenné gestalteten Landschaftsparks. Praktischerweise ist das Boitzenburger Schloss heute ein Jugend- und Familienhotel, sodass vor dem zweiten Teil der Radtour (der im nächsten friedrich folgt) eine Übernachtungsmöglichkeit gegeben ist.

 

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