Storys schreibt das Leben. Schriftsteller schreiben Erzählungen. Nur wenigen Autoren gelingt es, in knapper Form Wesentliches zu erzählen und dabei nicht allzu ambitioniert zu wirken. Amanda Lee Koe schafft es meisterhaft, Geschichten aus dem Leben zu erfinden und mit einer Verve zu erzählen, die einen enormen Sog entwickelt. Ihre Geschichten spielen in Singapur – in einer Stadt also, die wie kaum eine andere von verschiedensten Kulturen geprägt ist und Tradition und Moderne in Extremen lebt. Sie erzählt von schicksalhaften Begegnungen, von verpassten Chancen, von Liebe und Freundschaft, sozialer Ungleichheit und vom Leben am Rand der Gesellschaft. Oft sind es Begegnungen zwischen ungleichen Menschen, manchmal zwischen Gleichgesinnten, von denen sie erzählt. Aber immer sind sie auf eine Art besonders. Wirken leicht entrückt und verträumt oder kompromisslos und unbestechlich. Ihre Figuren wirken so lebendig, man möchte sie alle in einer Bar versammeln und eine Party mit ihnen feiern. Sprachlich überzeugt die junge Autorin mit Sätzen, die im Gedächtnis bleiben, die verblüffen und Akzente setzen. Sie schreibt mit einer lässigen Souveränität, die immer den richtigen Ton für das Erzählte trifft und nie von der Handlung ablenkt.
›Ministerium für öffentliche Erregung‹ hat das Zeug zum Kultbuch, in dem jeder eine Lieblingsstory haben wird. Denn das sind ihre Geschichten: Amtliche Storys!

 

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