Nach Whitney Houston in ›Whitney: Can I Be Me‹ und Isabelle Huppert als gealterte Chansonette in ›Ein Chanson für dich‹ steht nun mit Sveva Alviti alias Dalida eine weitere Sängerin im filmischen Mittelpunkt. Auch die 1933 in Kairo geborene Künstlerin beging Selbstmord, 1987 im Alter von 54 Jahren. Bis dahin hatte Dalida einiges erlebt: das erste Konzert im legendären Olympia in Paris 1953, Pech mit den Männern, vor allem mit Ehemann Lucien Morisse, dem Leiter des damals neu gegründeten Privatsenders Europe 1, den Beginn der Disco-Ära, ihre spirituelle Entdeckungsreise nach Indien oder den weltweiten Erfolg von ›Gigi l‘amoroso‹ 1974. Sowohl Dalidas Gemüt als auch ihre Songs waren von einer bedenklich ins Depressive schwappenden Melancholie geprägt, sie unternahm mehrere Selbstmordversuche. Regisseurin Lisa Azuelos widmet dieser Seite der Sängerin ebenso viel Aufmerksamkeit wie ihren herb-exotischen Zügen: in eindrücklichen Nahaufnahmen, Totalen, die Dalidas divenhafte Posen in Glitzerroben auf der Bühne einfangen, und durch die stets ausgespielten Musikstücke.
Genremäßig unentschlossen zwischen Biopic, Musical und »period piece« pendelnd, begleitet der Film Dalida auf ihrer Lebensreise, die zwar kaum privates Glück, dafür aber beruflichen Erfolg bereithielt. Herausgekommen ist ein fesselnder Film, der ultimative Antworten auf die Frage nach dem universellen Glück geschickt offenlässt.

Filmstart: 10. August

 

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