Falls in diesem Sommer doch mal der eine oder andere Tag mit dunklen Regenwolken die Sommerferien vermiesen sollte – dieser Film hilft, die Sonne wieder scheinen zu lassen.
Dem schwäbischen Kleinbauern Huber (Golo Euler), dessen kleiner Bauernhof völlig marode ist (morgens kracht das Bett zusammen, später kommt nur kaltes Wasser aus der Dusche) und dem die Bank gerade eröffnet, dass der Hof zwangsversteigert werden muss, steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Als dann auch seine große Liebe Birgit nach Ostdeutschland zieht, um den dort neu erworbenen Betrieb ihres Vaters, des Agrarriesen Obermeier, zu übernehmen, und zu guter Letzt ein Asteroid auf seinen eigenen Hof kracht und ihm nur noch eine Sau bleibt (ausgerechnet die starrköpfigste, die auch nie zusammen mit den anderen Schweinen in die Scheune wollte), wird er zum Rebell gegen das »Schweinesystem«.
Mit ›Die letzte Sau‹ gelingt dem süddeutschen Regisseur Aron Lehmann (›Highway to Hellas‹) sowohl ein zauberhaftes wie auch melancholisches Roadmovie, irgendwo zwischen Heimatschnulze und sozialkritischer Revoluzzer-Komödie. Ich bin zwar kein großer Freund von Filmen in süddeutscher »Mundart«, aber dieser Film ist so liebevoll und lustig, dass ich fast zum Fan werden könnte. Außerdem ist eine ordentliche Portion Kapitalismuskritik gerade bei dem Thema Land- und Viehwirtschaft mehr als angebracht.

 

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