Der Roman aus der Reihe ›Afrikawunderhorn‹ rankt sich um einen sagenumwobenen Familiensitz ganzer Generationen im Herzen Nigerias. Das Haus hütet die Geschichten und Geheimnisse seiner Bewohner, die Osondu in einer Reihe kurzer Episoden aus der Sicht eines der vielen Enkelkinder erzählt. Der betagte Großvater ist die Seele des Hauses, er trifft die Entscheidungen, richtet und beschützt. In den Erinnerungen des Enkels spiegelt sich das Leben von Frauen, Männern und Kindern, die versuchen, ihren Weg zu gehen, dabei scheitern oder erfolgreich sind. Unverfälscht kommen Gewalt und Verbrechen zur Sprache, ebenso wie Liebe und Freude. Das Haus steht allegorisch für Heimat, Wurzeln und Herkunft und dessen Unverkäuflichkeit. Osondu ist ein begnadeter Erzähler, seine unglaublichen Geschichten sind verflochten mit den vielfältigen religiösen Ausrichtungen in Nigeria und alten, traditionellen Anschauungen, die bis heute Bestand haben. Das Haus selber wird irgendwann von Bulldozern überrollt, die die fortschreitende Urbanisierung und Modernisierung mit sich bringen, aber die unheimlich schönen Geschichten seiner Bewohner werden von Mund zu Mund weitergegeben. Der Autor hat in seinem Werk ein Stück nigerianischer Lebensweise und Realität »eingefangen« und als mythische Familiensaga niedergeschrieben.

 

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