Sehr gut zu der nebenstehenden Rezension des neuen ›Prag‹-Albums passt auch ›Hey Sexy‹, das neue und zweite Fortuna Ehrenfeld-Album. Nicht unbedingt vom Musikstil, aber von der Intensität her. Wenn man sich auf vordergründige Ruhe und die leisen Töne einlässt, dann entfalten diese eine unglaubliche Wucht. Ebenso wie die sehr eigenen Texte (im positiven Sinn), die genauso fein und wohl dosiert über die Songs gestreut sind. Zunächst kommt es leicht und flockig daher, aber wenn das Hirn den süßen Ton in die sinnhafte Bedeutung übersetzt hat, dann läuft einem hier und da ein kleiner Schauer über den Rücken. Wenn sich dann noch der erst sparsam und zaghaft als aufbauender Spannungsbogen eingesetzte, aber unendlich tiefe Bass entfaltet (oder ist nur meine neue Anlage so extrem?), dann bringt ebendieser an entscheidender Stelle Erlösung und Entspannung zugleich.
Hinter Fortuna Ehrenfeld steckt im Übrigen der Kölner Multiinstrumentalist und Tausendsassa Martin Bechler, zu dessen Fans laut Promoschreiben unter anderem Olli Schulz, Gisbert zu Knyphausen und Marcus Wiebusch gehören. Und wie es sich für einen Multiinstrumentalisten gehört, hat Martin Bechler natürlich so gut wie alle Instrumente selbst eingespielt. Vielleicht daher die feinfühlige Schichtung des Sounds und der beeindruckenden Mut zur musikalischen Reduktion. So geht gute und interessante Musik!

 

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