Mit nur 16 Jahren veröffentlichte Ella Marija Lani Yelich-O’Connor alias ›Lorde‹ ihr erstes Album. Schon damals ein Riesenerfolg, klang es doch doppelt so reif wie ihr Alter. Einflüsse verschiedenster Strömungen und Künstler, die man in diesen Jahren normalerweise nicht hört, waren zu finden. Nun ist die Neuseeländerin 21 und veröffentlicht ›Melodrama‹. Der Titel passt, denn der kleinste gemeinsame Nenner sind die Dramen des Erwachsenwerdens, die Lorde in ihren Texten hier voll auskostet. Thematisch rund um durchzechte Nächte, der Suche nach einem Partner für den Abend oder das Leben und die kleinen und großen Enttäuschungen. Hier ist eine Frau zu hören, die sich Freiheiten nimmt, sie genießt und daraus das wohl beste Popalbum dieser Dekade schafft. Natürlich bewegt sich Lorde nach wie vor im Bereich populärer Musik, allerdings tut sie dies mit einem Gespür für Melodien und Gefühle, das seinesgleichen sucht. Zwischen den tanzbaren Stücken ›Green Light‹ und ›Perfect Places‹ erzeugt sie immer wieder Brüche, indem Tempo, Intensität und Nähe schwanken. Indem sie wie bei ›Writer In The Dark‹ plötzlich neben einem zu stehen scheint, wärend sie schief in die Ohren singt, gar schreit, um Sekunden später wieder in einen Hit (›Supercut‹) zu schwenken oder sich in ›Hard Feeling/Loveless‹ gefühlskalt zu geben.

 

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