Gleuensee, Fotos: Christopher Banditt
Oranienburg, Gedenkstätte Sachsenhausen

Ziel der Radtour ist die Stadt Oranienburg, die ja auf dem Hinweg nur kurz zum Umsteigen zwischen den Zügen gestreift wurde (siehe friedrich-Ausgabe vom Juli). Dazu startet man in Boitzenburg auf der Templiner Straße in Richtung Süden. Zunächst erreicht man nach etwa 14 Kilometern mit dem Gleuensee eine sehr ruhige und idyllische Badestelle. In der Folge fährt man entlang des leider leer stehenden, aber noch immer stattlichen Gebäudekomplexes des Joachimsthalschen Gymnasiums in die Stadt Templin ein.

 

Schloss Oranienburg

Die hübsch restaurierte Altstadt lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Die drei Stadttore vermitteln zusammen mit der gut erhaltenen Stadtmauer einen lebhaften Eindruck vom Templin des 13. und 14. Jahrhunderts. Neben den vielen Fachwerkhäusern sollte man auch die anmutige Maria-Magdalenen-Kirche besichtigen. Als Barockkirche wurde sie teilweise auf den Feldsteinen des Vorgängerbaus errichtet, was ihr ein ganz besonderes Gepräge gibt. In unmittelbarer Nähe zum Marktplatz mit dem schönen Rathaus hat übrigens »Herr Wichmann von der CDU« sein Wahlkreisbüro. Und eine andere CDU-Politikerin hat in der heutigen Templiner »Naturschule« 1973 ihr Abitur abgelegt: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Auf dem Radweg entlang der B 109 geht die Fahrt weiter nach Zehdenick. Wenige Hundert Meter nach Einfahrt in den Ort findet man auf der linken Straßenseite den Weg zum kleinen, aber sehr gut instand gehaltenen Jüdischen Friedhof. Weiterhin sollte man sich in der Havelstadt die Schleuse und die Zugbrücke sowie die kleine Marina anschauen. Und warum die Bodenstrom- und die Klienitzbrücke eigentlich »Kamelbrücken« genannt werden, lässt sich am besten herausfinden, indem man ihre Form betrachtet. Das Schiffermuseum zeugt zudem davon, welche wichtige Rolle für die Binnenschifffahrt Zehdenick und der Havelwasserweg einst spielten.

Templin

Man folgt nun genau dieser Wasserverkehrsstraße, wenn man sich auf dem Berlin-Kopenhagen-Radweg entlang der Havel nach Oranienburg bewegt. Dort angekommen steht natürlich ein Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen auf dem Programm: Die erst kürzlich komplettierte Täterausstellung informiert sehr eingängig über das grausige Werk der SS im damaligen Konzentrationslager. Einen scharfen Kontrast dazu bietet das Oranienburger Schloss. Zu dessen Geschichte schreibt Barbara Beuys in ihrer Biografie über den Großen Kurfürsten: »Und weil sich die Kurfürstin hier so sehr zu Hause fühlte, erhielt der Baumeister Memhardt den Auftrag, auf der Havelinsel an Stelle des alten Gemäuers ein kleines Schloß mit Garten zu bauen. Friedrich Wilhelm gab dem Bau bei seiner Fertigstellung den Namen ›Oranienburg‹. Bald hieß der ganze Ort so.« Auf dem Schlossplatz nimmt man noch die in Stein gehauene Namensgeberin Louise Henriette von Oranien in Augenschein – bevor es mit dem Zug nach Hause geht.

 

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