Ein düsterer Sog geht von diesem Buch aus. Man kann sich ihm kaum entziehen. Und damit ist der Kern des Romans schon umrissen. Es geht um die Freundschaft dreier junger Menschen. Madeleine und Basile, in der Grundschule eher Mauerblümchen, geraten in die Fänge des neuen Mitschülers Faber. Ein beeindruckender Junge, der sich ihrer annimmt und sie zu beschützen scheint. Als unzertrennliches Trio werden sie in einer französischen Kleinstadt zu jungen Erwachsenen mit politischem Bewusstsein. Faber entwickelt sich zur zugleich gefürchteten und verehrten Leitfigur für viele Mitschüler. Von ihm geht eine Strahlkraft aus, die Gewicht hat und die überzeugt. Als hochbegabter Querkopf rächt er zunächst seine gemobbten Freunde und zettelt zuletzt einen Streik an, der die beschaulichen Verhältnisse der Kleinstadt bis ins Mark erschüttert. Faber flieht als Aussteiger in die Wildnis und hinterlässt zwei Menschen, die jeglichen Halt verloren haben. Diese beiden holen ihn nun, fünfzehn Jahre später, zurück und wagen den Versuch, sich mit dem früheren Helden zu messen, ihn zu entthronen und sich von ihm zu befreien. Faszinierend und verstörend ist dieses Buch, in dem es um so Grundlegendes geht wie Personenkult, Revolution, Idealismus und Emanzipation. Wie erschlagen fühlt man sich nach dieser intensiven und wichtigen Lektüre, die unter die Haut geht und lange nachwirkt.

 

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