Anfang der 1990er Jahre stieg in England der Stil TripHop empor. Wie der Name schon verrät, wurden dabei HipHop-Beats verwendet, oder auch Rapeinlagen, die aber in einem entspannteren oder besser: atmosphärischen Kontext neu sortiert wurden. Neben Massive Attack, Portishead oder Tricky gründete sich damals auch ein loser Künstlerverbund um James Lavelle mit dem Namen UNKLE. 25 Jahre, einige Alben und eine kaum aufzählbare Anzahl Kollaborationen später erscheint nun ›The Road Pt.1‹ als fünftes Werk Lavelles. Wieder mit einer Heerschar von Gästen an Bord emanzipiert sich UNKLE von seinen einstigen Wurzeln, vergisst jedoch nicht, wo alles seinen Anfang nahm. Der Sound von UNKLE treibt mittlerweile eher in die gitarrenlastige Rockrichtung, atmosphärische Beats stehen weniger im Vordergrund, sondern ergänzen die Stücke. ›The Road Pt.1‹ kann auch als eine solche Reise verstanden werden. Im melancholischen Midtempo erkunden Lavelle und Co. immer neue Klangräume, spielen sich durch klassische Klangräume ebenso wie durch Orientanleihen – und haben mit Mark Lanegan, Keaton Henson, ESKA und vielen anderen eine massive Breite an Gesangsstilen dabei. Wundersamerweise fügt sich dieser Wust an Ideen, Genres und Eindrücken zu einem großen Ganzen zusammen, wie es UNKLE in ihrer Geschichte noch nie erreicht hatten.

 

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