Auch wenn es wegen der totalen Abschottung Europas vor den Flüchtlingen aus Richtung Afrika kaum noch jenseits des IS-Terrors Relevanz zu haben scheint, ist das Thema »Flüchtlingskrise« noch immer aktuell und nicht gelöst. Vor diesem Hintergrund ist ›Welcome to Norway‹ genau der richtige Film, der in Form einer Komödie das Thema in kurzweiliger Form noch einmal auf den Bildschirm und hoffentlich auch in den Kopf holt. Es geht um Primus. Er ist ein Mann mit großen Visionen, aber auch ein wenig erfolgreicher Hotelier. Am größten aber ist bei ihm die Abneigung gegen alles Fremde. Die vielen Flüchtlinge, von denen allseits die Rede ist, kommen ihm trotzdem gerade recht. Sein pleitegegangenes Hotel im Norden Norwegens soll dank ihnen doch noch zur Goldgrube werden. Und dafür winken saubere Subventionen aus der Staatskasse. Seine Frau Hanni und Tochter Oda trauen ihren Augen nicht, als ganze Busladungen in das Hotel einmarschieren, in dem Zimmer, Türen, Heizung und Strom fehlen. Dann gehen die Probleme los: Die Flüchtlinge verstehen sich untereinander nicht, weshalb der etwas vorlaute Abedi permanent vermitteln muss, die Ausländerbehörde stellt immer neue Forderungen und droht mit Geldentzug und die Fremdenfeinde unter den Einheimischen drohen mit Gewalt. Ein wirklich feiner Film mit dem typisch skandinavischen, leicht unterkühlten Humor, der trotz des schweren inhaltlichen Überbaus vor allem viel Herz hat und trotzdem lustig ist.

 

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