Mit ihrem neuen Album ›Okovi‹ schlägt Nika Roza Danilova alias Zola Jesus Brücken in ihrer musikalischen Entwicklung. Es verbindet die letzten Veröffentlichungen, die einen starken Popappeal aufweisen, mit den düster-atmosphärischen Frühwerken, die ihr die Einordnung im »Witchhouse« mit einbrachten. Danilovas markante, schwere Stimme schwelgt dabei mit einem Maximum an Pathos über den Keyboardflächen der einzelnen Stücke. Dennoch sind diese sehr unterschiedlich ausgestaltet. ›Exhumed‹ etwa geht in die Vollen, bringt ein halbes Orchester mit, deren Streicher nervös herumtanzen, wozu sie hysterisch schreit und sirenenhaft ruft. Unterstützt wird das alles von einem Elektrobeat der Marke ›Woodkid‹. Komplett anders gibt sich die Halbballade ›Wiseblood‹, dessen einnehmender Refrain ein echter Ohrwurm ist. Sehr experimentell dagegen ist ›Veka‹, in dem eine Palette an Industrialgeräuschen zunächst einmal verbirgt, in welche Richtung der lange Song geht, ehe ein pochendes Drumming wild Fahrt aufnimmt. Hier grüßen von ganz entfernt die 1980er-Jahre mit ihren kalten, abweisenden Strukturen. So werden auch Freunde von frühen Künstlern wie Siouxie & The Banshees, The Cure und anderen dunklen Synthiepopacts ihren Gefallen an Okovi finden, dessen Titel aus dem slawischen kommt und »Fesseln« bedeutet.

 

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