Wie arbeitet man heute? Ist Arbeit nur bezahlte Erwerbsarbeit oder zählen Haushalt und Hobby auch dazu? Wo verläuft die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit? Gerät unsere Identität ins Wanken, wenn wir keine Arbeit haben? Überall gibt es etwas zu tun und überall scheint es gleichzeitig an Arbeit zu mangeln.
Die Lecture Performance ›Don’t Cry, Work!‹ des Potsdamer Künstlerkollektivs FRITZAHOI! beschäftigt sich mit dem Wandel des Arbeitsbegriffes im 21. Jahrhundert. Dazu nutzt es Protokolle von Erstgesprächen in der Agentur für Arbeit, Reden machtbesessener CEOs diverser Megakonzerne, Motivations- und Selbstbeschreibungstexte der Kreativwirtschaft, Infomaterial über die positiven Effekte von Gamification und Entgrenzung sowie neoliberale Beratungstexte für Kulturunternehmen. Mit diesem dokumentarischen Material werden spielerisch ironische Kommentare zur absurden Realität erfunden.
In der schauspielerischen Umsetzung verändert das Ensemble nicht den Wortlaut des dokumentarischen Materials, entlarvt aber durch Übertreibungen und Entstellung unterschwellige Wertvorstellungen und versteckte Handlungsaufforderungen. Die Darsteller werden auf der Bühne zu Spielfiguren der Arbeitsgesellschaft, zu Wettkämpfern im Game. Die verspielte Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeiten und ihres Konkurrenzkampfes äußert sich im pastellbunten und aufblasbaren Kostüm- und Bühnenbild von Barbara Lenartz: Wem wird bei diesem Spiel zuerst die Luft ausgehen?
Die dokumentarische Theater- und Musikperformance ›Don’t Cry, Work!‹ feiert am 13. Oktober im Spartacus auf dem freiLand-Gelände ihre Premiere.

Lecture Performance ›Don’t Cry, Work!‹; 13. und 14. Oktober, jeweils 19.30 Uhr; Spartacus Potsdam, Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam; www.fritzahoi.de und www.facebook.com/fritzahoi

 

Kommentare sind geschlossen.