Gemeinden und Regionen in Brandenburg werden oftmals unterschätzt, ignoriert oder gar belächelt. Dabei gibt es fast überall etwas zu entdecken und sehr viel kreatives Potenzial. Das Ausstellungs- und Kommunikationsformat ›Stadt-Land gestalten. Mach mit!‹ der Brandenburgischen Architektenkammer will genau das verdeutlichen – dieses Jahr in der Gemeinde Kloster Lehnin und damit zum dritten Mal in Brandenburg. Auf sechs Litfaßsäulen vor der St. Marienkirche und auf dem Marktplatz werden die Gemeinde mit ihren 14 Ortsteilen, ihre Geschichte, ihr baukulturelles Erbe sowie Themen zur Gestaltung der zukünftigen Entwicklung vorgestellt. »Die Ausstellung auf den Säulen geht auf Gespräche mit den Bürgern zurück, denn wir wollen, dass sie sich an der Entwicklung beteiligen«, erklärt Ausstellungskuratorin und Kunsthistorikerin Simone Oelker vom Berliner Team Best – Projekte für Baukultur und Stadt. Das Format umfasst verschiedene Elemente. Unter anderem gibt es eine Porträtgalerie in den Spitzbögen am Königshaus und an der Fassade des Elisabethhauses, wo 20 Persönlichkeiten der Klostergemeinde und ihre Lieblingsorte vorgestellt werden. »Sie stehen stellvertretend für die aktive Bürgerschaft«, so Oelker. »Denn sie sind diejenigen, die die Gemeinde lebendig machen.« Eine Faltkarte, erhältlich im Museum im Zisterzienserkloster oder der Touristeninfo, führt zu uralten Backsteinkirchen, romantischen Badestellen, alten Ziegeleien, Kulturorten und Verkaufsstellen regionaler Produkte. »Jeder kann die Region der Zauche erforschen, die Natur entdecken, historische Details auf Infotafeln nachlesen oder einfach gemütlich einen Kaffee trinken.« Die Zauche gehöre Oelker zufolge zum Kerngebiet der Mark Brandenburg und solle nicht in Vergessenheit geraten. Beim Architekturgespräch am 29. September diskutierten lokale Akteure und Bürger mit überregionalen Experten sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung an drei Thementischen über Tourismus, Mobilität und Baukultur. »Über 90 Personen haben sich daran beteiligt«, freut sich die Kuratorin. Zudem seien Fragebögen an Schulklassen verteilt worden, um herauszufinden, was den jungen Bürgern in ihrer Heimat am Herzen liegt. »Uns geht es um Nachhaltigkeit, deswegen wird nach dem Ende der Ausstellung eine Publikation erscheinen, die alle Inhalte der Säulen und Gespräche in Wort und Bild enthält und kostenfrei über die Gemeinde erhältlich ist.« Die Präsentation erfolgt am 7. Dezember im Rahmen eines Pressegespräches. Bis zum 3. Dezember kann die Open-Air-Ausstellung noch besichtigt werden.

›Zauche.Ziegel.Zisterzienser – Gemeinde Kloster Lehnin‹
bis 3. Dezember 2017; öffentlich, Eintritt frei
www.ak-brandenburg.de, www.klosterlehnin.de

 

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