Zur Veröffentlichung ihres letzten Albums saß ich dankenswerterweise mit den vier Berliner Jungs von Kadavar in ihrem Proberaum zusammen und war sowohl von dem damals erscheinenden Album ›Berlin‹ als auch von den Jungs selbst sehr begeistert und fasziniert. Obwohl schon vom ersten Album an in meinem Herzen schafften sie es, sich von Album zu Album musikalisch zu entwickeln, neu aufzustellen und doch auch gerade so unverwechselbar zu bleiben. War für meine Ohren und mein Verständnis das Album ›Berlin‹ sehr stark vom Punk der 70er inspiriert, splitten Kadavar auf dem jetzt vorliegendem neuen Album einfach die einzelnen Einflüsse in jeweils einzelne Songs auf. Klar sind Kadavar auch 2017 immer noch 190 Prozent »Retro-Rock«, aber es ist erstaunlich wie vielfältig man dieses Genre auf Albumlänge in etliche unterschiedliche Songs auffächern kann. Trotzdem ist selbstverständlich mit ›Words Of Evil‹ auch wieder eine 190-prozentige Black Sabbath-Nummer drauf. Wie sagte auch Sänger Christoph ›Lupus‹ Lindemann damals schon: »Wir können Songs schreiben wie wir wollen, es klingt später eh alles nach Black Sabbath.« Wenn man aber vielleicht doch eine neue Nuance feststellen möchte, dann haben die drei bei den Aufnahmen ordentlich Wüstenstaub inhaliert. Von diesem Album könnten sich ein gutes Dutzend Stoner-Bands eine fette Scheibe abschneiden!

 

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