Haben sich die Mannen um Marcus Wiebusch also doch noch einmal aufraffen können, um ein neues Album einzuspielen! Und dann nach gut fünf Jahren gleich so einen gewichtigen und gesellschaftlich relevanten Hammer! Ich mochte Kettcar schon immer ganz gerne und hatte stets großen Respekt vor Herrn Wiebuschs Schaffen. Doch mit diesem jetzt vorliegenden neuen Album haben die Hamburger Jungs einen Meilenstein für die deutsche Musikkultur geschaffen. Ich verwette meine halbe Plattensammlung darauf, dass ›Ich vs. Wir‹ in der Endabrechnung diverser Endjahres-Polls an etliche Spitzenpositionen zu finden sein wird. Allein schon aufgrund der sensationellen ersten Single ›Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)‹, bei der mir beim Hören immer noch ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Das liegt natürlich an dem grandiosen Text und dessen musikalischer Untermalung. Kettcar gelingt es, eine Geschichte zu erzählen, die alle halbwegs politisch oder gesellschaftlich interessierten Deutschen bewegt, egal, ob damals ’89 auf der Ost- oder Westseite lebend. Es ist unglaublich, in welch einen breiten gesellschaftlichen Bogen diese Geschichte gespannt werden kann. Flüchtlingskrise hin und her, auf jeden Fall gab und gibt es immer Gründe, »Löcher in Zäune zu schneiden«. Das macht uns doch als Menschen aus. Schlussendlich sind auf diesem Album nur wichtige Songs, großartige Texte, zum Zuhören (aber auch zum Mitsingen) zwingende Songs zu finden!

 

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