Meine Wertschätzung für Herrn Regener, sowohl als Musiker als auch als Autor, habe ich an dieser Stelle ja schon des Öfteren kundgetan. Sein neues Werk ›Wiener Straße‹ erhöht diese Wertschätzung nun noch. Auch ›Wiener Straße‹ spielt im weitesten Sinne wieder im »Frank Lehman-Universum«, im November 1980, im Kreuzberger Künstler-Milieu. Einige Figuren wie den Extremkünstler Karl Schmidt und natürlich Frank Lehmann kennt man schon aus den letzten Büchern, einige neue wie Erwin Kächeles rebellische Berufsnichte Chrissie kommen neu hinzu. Auch für dieses Werk gilt: Wer annähend etwas zu tun hatte mit Berlin, Kreuzberg und Kultur, egal, ob in den Achtzigern oder Anfang der Neunziger, der fühlt sich hier sofort zu Hause und in die Zeit von damals zurückgebeamt. Sven Regener schafft es wie kein anderer mir bekannter Autor, diese urtypische Berliner Zeit und ihre Protagonisten so authentisch und lebensecht zu beschreiben. Wer aus dem Ganzen dann noch das letzte Quäntchen Erlebnis herauskitzeln möchte, dem sei unbedingt das Hörbuch ans Herz gelegt. So wie das geschriebene Wort von Herrn Regener herausragend ist, sind seine gesprochenen Worte in seiner ebenfalls ureigenen und nicht zuletzt oft urkomischen Sprache ein mitreißendes Erlebnis. Sein leicht norddeutscher Dialekt gepaart mit der Berliner Schnoddrigkeit tut ein Übriges.

 

Kommentare sind geschlossen.