Foto: Mike Wilson

Was bleibt von diesem Sommer? Nicht viel, möchte man meinen – in Bezug auf Sonnentage. Dagegen viel zu viel in Bezug auf Regentage. An dieser Stelle fing für viele Menschen der Ärger erst an. Nachdem es mehrfach Starkregen gab, der zu Überschwemmungen, Wassereinbruch und Schimmelschäden bei Häusern führte, lehnten viele Versicherer Leistungen ab, selbst wenn eine Elementarschadenversicherung vorlag. Warum ist das so? Nun, werfen wir einen Blick in die üblichen Bedingungen von Gebäudeversicherern (um Hausrat geht es an dieser Stelle nicht). Hat man eine Hausratversicherung mit Elementarschadenbaustein, findet sich dort oft dieser Satz: »Überschwemmung ist die Überflutung (…) mit erheblichen Mengen an Oberflächenwasser durch (…) Witterungsniederschläge (…).« Die Punkte ersetzen Auszählungen oder Definitionen des Grundstücks. Wichtig an diesem Satz ist das Wort »Oberflächenwasser«. Das bedeutet, dass dann geleistet wird, wenn bedingt durch die Niederschläge das gesamte Grundstück unter Wasser steht. Eine größere Pfütze reicht nicht, genauso wenig wie der Umstand, dass der Boden erst einmal eine große Menge Wasser aufnehmen kann, die dann über die Kellerwände hineindrücken kann und dort zu Wasserschäden führt. Salopp gesagt: Wenn man seine Eingangstür mit einem Steg verzieren kann, sind hier die Bedingungen erfüllt, ansonsten nicht. Was ist die Lösung? Nun, eine Handvoll Anbieter bietet entweder eine bessere Definition bei den Elementargefahren an (beispielsweise »Überschwemmung ist die unmittelbare Einwirkung von erheblichen Mengen von Wasser auf versicherte Sachen«), manche den Baustein »unbenannte Gefahren«, in dem ebenfalls eine Besserstellung zu den Bedingungen enthalten sein kann. Allerdings ist dies auch hier nicht zwangsläufig der Fall, sodass es notwendig ist, zweimal hinzuschauen, bevor man sprichwörtlich vom Regen in die Traufe kommt.

friedrich-Redakteur und Versicherungsmakler Klaus Porst gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Risiken, Policen und Kleingedrucktem

 

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