Eine der einflussreichsten Bands der letzten zwei Jahrzehnte ist zurück – und trotzdem kennen sie die wenigsten. Die Rede ist von Converge, die nach fünf Jahren mit ›The Dusk In Us‹ mit einem neuen Longplayer aufwarten. Die Amerikaner sind absolut stilprägend, wenngleich für ein recht eingeschränktes Genre. Sie spielen eine Mischung aus Punk, Hardcore und Metal, die ihresgleichen sucht und auch schon mal als »Chaoscore« bezeichnet wird. Ihr 2001er Werk ›Jane Doe‹ ist ein Meilenstein der härteren Musikgeschichte. Musikalisch bewegen Converge sich immer am Anschlag: Dort wo der Lausträrkepegel rot wird, fangen sie an. Ein Großteil ihrer Stücke besteht aus solch irren Tempowechseln, dass man dabei ständig das Gefühl hat, die Jungs würden gleich umkippen. Dazu schreit sich Sänger Jacob Bannon die Seele aus dem Leib. Gewöhnliche Metalbands wirken gegen sie wie der ZDF-Fernsehgarten. Keine Frage, man muss so was mögen, aber niemand eskaliert schöner. Auf den Punkt wissen die vier Musiker nach so vielen Jahren und Alben natürlich, wie der musikalische Hase läuft. Spannend ist, dass sie es nicht nur immer wieder hinbekommen, sondern sich darüber hinaus auch jedes Mal noch weiterentwickeln. Der Titeltrack etwa ist eine siebenminütige Ballade, ein Ruhepol inmitten des Sturms – und auch dieses Experiment gelingt.

 

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