Rund 90 Künstler, Kunsthandwerker und Designer präsentieren und verkaufen vom 7. bis 10. Dezember ihre einzigartige Gebrauchskunst. Dargeboten werden alle diese besonderen Objekte im großen Schlüterhof des Zeughauses. So etwa die Schmuckstücke von Violetta Elisa Seliger. Die Schmuckkünstlerin beschäftigt sich mit den Themen Raum, Körper und Volumen. Geometrische Flächen werden zersägt, aufgebogen, gewölbt und verdreht. Die auf diese Weise neu entstandenen Elemente setzt sie in verschiedenen Variationen zusammen, sodass sich ihre ursprünglichen Formen weitgehend auflösen und in neuer Gestalt in räumlichen Schmuckstücken wiederfinden. Jorge Mendez Canalias wendet Raku, eine spezielle Brenntechnik keramischer Massen, an. Dabei nutzt er die Chance, den Glattbrandprozess zu unterbrechen. Verschiedene Tonqualitäten, unterschiedliche Erstarrungszustände der Glasuren, die Art des Glasierens und das Kokettieren mit dem Zufall, erweitert die Palette der Variablen, mit denen er bei seinem Schaffen spielt. Aus dem Fundus tradierter Handwerkstechniken entwickelt Katja Stelz Textildesign von zeitlos moderner Ästhetik und sinnlicher Eleganz. Das spannungsreiche Wechselspiel von Linie und Fläche, subtiler Farbigkeit und komplex angelegter Musterung charakterisieren ihre Wolldecken und Teppiche. Ihre Arbeit verleiht den Geweben aus reiner Schurwolle, feinem Leinen und robustem Ziegenhaar eine ausdrucksstarke Struktur und sinnliche Haptik. Und die Silberschmiedin Antje Dienstbir schmiedet passioniert Löffel und klopft dunkle Steinzeug-Gefäße aus geschnittenen Tonklötzen. Sie ist sich der Unterschiede der Materialeigenschaften bewusst, passt ihre gewohnte Technik des Schmiedens dem weichen Material Ton an und lotet die Dehnung aus. Die Keramiken und Löffel nehmen im Wechselspiel Einfluss auf die jeweilige Gestaltung des Gegenübers. Die Rohheit der Schalen spiegelt sich formal in den Löffeln wider und ist wiederum die logische Folge des Löffelschmiedens aus der Stange heraus.
Das Zeughaus ist ein besonders geeigneter Ort für die Messe der Angewandten Kunst: Dort fand bereits 1844 die erste Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung statt. Mit der Messe im Schlüterhof, in den man über die Eingangshallen des Deutschen Historischen Museums gelangt, setzt sich also eine Tradition fort. Schirmherr des diesjährigen Events ist der Berliner Senator für Kultur und Europa Klaus Lederer. Veranstalter der Verkaufsausstellung ist der Berufsverband Angewandte Kunst Berlin-Brandenburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum. Am ersten Messetag werden an vier Künstler Preise für Angewandte Kunst verliehen.

21. Zeughausmesse; 7. bis 10. Dezember
Deutsches Historisches Museum Berlin, Schlüterhof im Zeughaus, Unter den Linden 2, 10117 Berlin
www.zeughausmesse.de

 

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