Fjørt ist eine von den Bands, die trotz »nur« dreiköpfiger Besetzung extrem laut sein können. Die so was von fette Soundwände produziert, dass einem der Atem stockt. Aber das ist bei weitem nicht alles. Mit ihrem sehr emotional gespielten (und gesungenen) und mit vielen Tempowechseln angereicherten Post-Hardcore stehen sie, auch Dank ihrer deutschsprachigen Texte, recht allein in weiter Flur. Sie sind also herausragend in der deutschen Musikszene. Diesen Status werden sie mit ihrem dritten Longplayer definitiv ausbauen. Insgesamt wirkt ›Couleur‹ etwas zugänglicher, mit mehr greifbaren Melodien bestückt, jedoch ohne, dass die Songs weicher oder unschärfer werden. Auch die gelegentlich eingesprenkelten elektronischen Soundschnipsel kommen mir prägnanter vor. Aber nach wie vor zehren die Songs in großem Maße von den Texten und deren Emotionalität. Auch wenn Fjørt nicht unbedingt als politische Band gelten, zeigen sie in ihren Lyrics doch den ungesunden Zustand unserer Gesellschaft auf. Gerade auch in ›Raison‹, wo es treffend heißt: »Ich bin so müde vom Zählen, ich habe 1933 Gründe schwarzzusehen. Doch egal wie viel da kommt, ich hab‘ alles was ich brauch‘, denn die 1933 Gründe, ihr habt sie auch.« Spätestens da zeigt sich nicht nur die musikalische Relevanz dieser Band!

 

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