Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten kennt jeder. Doch was feiern wir da eigentlich? Und welchen Sinn haben diese Feste wirklich? Diese Fragen beantwortet der Theologe Julian Sengelmann in seinem Buch ›Feiertag! Die Bedeutung unserer christlichen Feste‹. Nun könnte man einwenden, dass es zu allen Feiertagen sicher einen Wikipedia-Eintrag gibt. Wieso also extra dieses Buch anschaffen? Die Antwort ist einfach. Weil Sengelmann nicht nur darstellt und erklärt, sondern auch anschauliche Reisereportagen bietet. Er war überall, von Norddeutschland bis nach Israel, sprach mit Rabbinern, Archäologen und Theologen. So kann der Autor viel Hintergrundwissen zum Besten geben. Etwa über Weihnachten. Eine witzige Anekdote betrifft die praktische Seite der heiligen Festlichkeit: das Putzen der Geburtskirche. Letztere wurde über der Geburtsgrotte, der angeblichen Geburtsstätte von Jesus, errichtet. Da die Kirche von drei unterschiedlichen Konfessionen genutzt wird, ist jede von ihnen für das Saubermachen eines gewissen Teils des Gotteshauses zuständig. Nun gibt es aber Säulenkapitäle, die nicht eindeutig zugeteilt sind. Die Folge: Prügeleien beim Weihnachtsgroßputz, weil jeder mehr Säulen als der andere putzen möchte. Auch wenn Sengelmann nicht mit Festtagsklischees spart, macht es dennoch Freude, das in erfrischendem Stil geschriebene Buch zu lesen. Über die eine oder andere sprachliche Unebenheit lässt sich dabei problemlos hinwegsehen.

 

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