Mit ›Loving Vincent‹ ist den Filmemachern Dorota Kobiela und Hugh Welchman ein exzellentes Künstlerporträt gelungen. Dazu wurde das Leben Vincent van Goghs (1853–1890) im Stil des großen niederländischen Malers animiert. Sozusagen ein Biopic als Anderthalbstunden-Gemälde.
Der Sohn von einem alten Freund Van Goghs interviewt ehemalige Weggefährten des Künstlers: Pensionsbesitzerinnen, Kumpels, Kollegen, Geliebte. Dabei formt sich allmählich das Bild eines zutiefst empfindsamen und unglücklichen Mannes, den vor allem seine Kunst und weniger zwischenmenschliche Beziehungen am Leben erhielt. Wie zerrüttet er war, zeigte die Nacht des 24. Dezember 1888: Da er die Verlobung seines jüngeren Bruders Theo nicht guthieß, schnitt sich Van Gogh ein Ohr ab und schenkte es der Prostituierten Gabrielle Berlatier. Gestorben ist er aber nicht daran, sondern später an den Folgen eines Pistolenschusses in den Bauch. Der ungeklärte Tod und die Suche nach dem Täter stellen den roten Faden von ›Loving Vincent‹ dar. Herausgekommen ist ein Agatha-Christie-esker Aufklärungsversuch im Gewand eines Kunstfilms, der nicht nur für gepflegte Unterhaltung sorgen dürfte, sondern vielleicht auch bei dem einen oder anderen Kunstmuffel das Interesse für die beeindruckenden Werke Vincent Van Goghs, die mittlerweile für mehrere Millionen Dollar über den Auktionstisch gehen, wecken wird.

Kinostart: 28. Dezember

 

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