Helen Mirren und Donald Sutherland reisen als bejahrtes Ehepaar Ella und John Spencer in ihrem Wohnmobil namens ›The Leisure Seeker‹ (so auch der Originaltitel des Films) von Wellesley, Massachusetts bis zur Ostküste zum Ernest-Hemingway-Haus in Key West. Ella tut auf diesem Roadtrip, der von allerlei Pannen wie einem Überfall, einer Polizeikontrolle und geistigen Aussetzern ihres Alzheimer-kranken Gatten begleitet wird, alles, den ›Leisure Seeker‹ buchstäblich »auf Spur« zu halten.
Die beiden Rentner haben den Großteil ihres Lebens gelebt, ihre körperliche Verfassung erlaubt keine großen Sprünge mehr. Folgerichtig wird in ›Das Leuchten der Erinnerung‹ die Vergangenheit rekapituliert: während der Fahrt, auf Rastplätzen, auf einem Diaprojektor und vor allem in sentimentalen oder liebevoll-bissigen verbalen Schlagabtäuschen.
Sicher gibt es brillante Dialogzeilen, Mirren und Sutherland spielen souverän, und die fast wie Postkartenmotive wirkenden Bilder beeindrucken. Doch unterm Strich kommt das im deutschen Filmtitel angekündigte »Leuchten« über ein betuliches Flackern nicht hinaus. Zu eindimensional sind die Gespräche des Paares, zu vorhersehbar ist die Handlung. Andererseits bietet der Film mit seiner einfachen Erzählform zwei Stunden entspanntes »Seniorenkino« – nach den stressigen Feiertagen im gerade eingeläuteten Kinojahr 2018 für manchen Zuschauer vielleicht genau das Richtige.

Kinostart: 4. Januar

 

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