Wegen seiner Kritik an den schlechten Lebensumständen der Arbeiter verliert der junge Karl Marx (August Diehl) seine Arbeit als Journalist bei der Rheinischen Zeitung in Köln. Als die Zeitung verboten wird, geht er mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) ins Exil nach Paris. Mehr schlecht als recht halten sie sich dort über Wasser. Das Blatt wendet sich, als Marx 1844 Friedrich Engels (Stefan Konarske) trifft. Der Sohn eines Fabrikbesitzers kennt die Machtverhältnisse zwischen Bourgeoisie und Arbeiterschaft und weiß um deren Ausbeutung. Engels ist das fehlende Bindeglied, das Marx zur Entwicklung seines neuen Weltbildes braucht. Fortan inspirieren und ergänzen sich beide bei ihrem Ziel, die Arbeiter von ihrem Joch zu befreien. Zusammen erarbeiten sie das Kommunistische Manifest, um damit eine Revolution zu entfachen.
August Diehl gelingt es, die Figur Karl Marx charismatisch und intellektuell mit Leben zu füllen und ihr emotionale Wucht zu verleihen. Auch die Chemie zwischen Diehl und Konarske stimmt. Das Spiel der beiden lässt keine Langeweile aufkommen und glänzt mitunter sogar durch Humor. ›Der junge Karl Marx‹ ist keine wissenschaftliche Studie, sondern eine gut gemachte Geschichtsstunde, inklusive einer Botschaft, die auch heute noch aktuell ist. Ein stimmig erzähltes Biopic des auch als Dokumentarfilmer bekannten haitianischen Regisseurs Raoul Peck, das die Zeit gekonnt einfängt, ohne dabei laut und polternd zu sein.
 

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