Seit 30 Jahren dokumentiert die Kunstfotografin Antje Schulz den Wandel ihrer Heimatstadt Berlin. Doch die Metropole ist nicht ihre einzige Inspirationsquelle – auch zur Natur fühlte sich Schulz immer schon hingezogen. In den letzten Jahren beschäftigte sie sich verstärkt mit abstrakter, impressionistischer Fotografie, mit anderen Worten: sie »malt« Bilder mit der Kamera. Die Motive für ihre Werke sind vorrangig Brandenburger Landschaften entnommen. »Der Impressionismus in der Malerei hat mich seit jeher fasziniert«, so die Fotografin. »Die Technik, um diesen Stil in der Fotografie umzusetzen, habe ich mir quasi selbst beigebracht.« Ihr Ziel sei es, Licht, Farben und Landschaften miteinander verschmelzen zu lassen. Um das zu erreichen, wendet Schulz verschiedene Methoden wie Langzeitbelichtung oder spezielle Filtertechniken an. Auf diese Weise entstehen ihre buchstäblich traumhaften Fotowelten. Keines der Bilder ist digital nachbearbeitet.
Einige ihrer impressionistischen Fotos sind ab dem 20. Januar im Bildungsforum Potsdam im Rahmen des Festivals ›Unterwegs im Licht‹ zu sehen. Mit ihrer Arbeit sei Schulz »auf der Suche nach dem Geheimnis des Lichts«. Denn das hat für sie als Fotografin eine besondere Bedeutung: »Ich habe beruflich viel mit blinden Menschen zu tun. Vermutlich darum schätze ich die Fähigkeit, Sehen sowie Licht und Farben wahrnehmen zu können, mehr als ›normale‹ Menschen«, erklärt die studierte Medienfotografin.
Unter dem Titel ›Die Farben des Lichts‹ präsentiert Schulz ihre ungewöhnlichen Fotografien bereits zum zweiten Mal in Potsdam. »Bei der ersten Ausstellung war eine Mitarbeiterin der Artothek Potsdam anwesend und interessierte sich sehr für meine Arbeiten. Ich schenkte der Artothek daraufhin eine größere Sammlung Bilder. In diesem Zusammenhang ist nun auch die Idee zur aktuellen Ausstellung entstanden.« Bei dieser werden aber nicht nur die geschenkten Bilder zu sehen sein, sondern auch viele andere Werke von Schulz. Während der Eröffnung wird die Fotografin Fragen beantworten und detaillierte Einblicke in ihre Arbeit gewähren. Untermalt wird die Vernissage mit einer Klang-Dia-Show, deren sphärische Musik die Künstlerin selbst komponiert hat und die die Stimmung der Bilder einfangen soll.
Ein Besuch der Ausstellung dürfte sich also lohnen. Denn Antje Schulz ist sich sicher, dass sich die Menschen in einer »bildüberfluteten« Welt wieder nach etwas anderem sehnen: nach mehr Licht, Natur und Imagination.

Fotoausstellung ›Die Farben des Lichts‹; 20. Januar bis 1. März
Bildungsforum Potsdam, Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Vernissage: 20. Januar, 17 Uhr
www.impressionistische-fotografie.de

 

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