Nach zwei Jugendbüchern publizierte die Autorin ihren preisgekrönten Roman. Sie porträtiert das nachkoloniale Sambia, haarscharf entlang der Geschlechterrollen von Mann und Frau, inmitten der gesellschaftlichen Umbrüche der 70er- und 80er-Jahre. Die Protagonistin, genannt »Pumkin«, wird fünf Jahre nach der Unabhängigkeit des ehemaligen Nordrhodesien geboren. Ihr Vater entstammt einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe unter britischer Vorherrschaft und erarbeitete sich als einer der Ersten den Besitz seiner eigenen Farm. Damit ermöglicht er, nicht ohne Stolz, seinen Kindern das Studium in Europa und wird zur zentralen Figur einer weit verzweigten Familie. Denn seine Promiskuität ist die andere Seite, des Mannes, der Pumkins junge Mutter nie heiraten wird. Die Autorin zeigt in ihrer Arbeit, wie die Frauen um Anerkennung und Würde kämpfen, wenn sie zu Müttern unehelicher Kinder werden. Die Mittel sind oft beschränkt auf Eifersucht und Handgreiflichkeiten untereinander, aber auch Abtreibung. Pumkins Mutter versucht ihren Kummer in Alkohol zu ertränken. Die Protagonistin fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihren Eltern, selbst als Erwachsene leidet sie unter einem tief sitzendem Misstrauen. Ellen Banda-Aakus Erzählung spielt in einem Land, über das hier in Europa nur wenig berichtet wird, das Chancen und Potenziale aufweist, die es zu nutzen gilt, auf den Scherben der Vergangenheit.

 

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