Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Kopisch, August: Potsdam im 17. Jahrhundert, 1851

Sicher jeder, der sich schon einmal etwas näher mit der Stadt Potsdam befasst hat, kennt das Motiv auf unserem aktuellen friedrich-Cover. Es stellt Potsdam im 17. Jahrhundert dar. Augenfällig ist vor allem das Schloss der Kurfürstin Katharina, das genau dort stand, wo sich später das Potsdamer Stadtschloss befinden sollte. Bei dem Bild handelt es sich um ein Gemälde von dem Maler, Erfinder und Schriftsteller August Kopisch. Es wurde 1851 geschaffen und stellt einen visuellen Versuch der Rekonstruktion des Aussehens Potsdams vor der Residenzerhebung dar. Sehr gut ist im Vordergrund auch der Vorgängerbau der Langen Brücke, die erste Brücke Potsdams überhaupt, zu erkennen.
Das Schloss der Kurfürstin Katharina (1549–1602) wurde 1598 errichtet. Es konnte allerdings aufgrund des frühen Todes der Kurfürstin nicht fertiggestellt werden. Das Gebäude verfiel in den folgenden Jahren und hatte nicht zuletzt unter dem Dreißigjährigen Krieg arg zu leiden. Es sollte noch einige Zeit dauern, bis der Ort architektonisch erblühte: nämlich bis der Große Kurfürst auf Rat seines Statthalters Johann Moritz von Nassau-Siegen beschloss, aus dem »gantzen Eyland« des Gutes Potsdam ein Paradies zu machen. Er ließ in diesem Zuge zunächst einen Lustgarten anlegen und ab 1662 den frühbarocken Neubau des Schlosses errichten.
Der Maler des Gemäldes, August Kopisch, wurde im Mai 1799 in Breslau geboren. Er besuchte verschiedene europäische Kunstakademien. Die Malerei musste Kopisch jedoch aufgeben, nachdem er sich seine rechte Hand gebrochen hatte. Während einer Italien-Reise lernte er den Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. kennen. Dieser versprach ihm eine Ausstellung und beauftragte ihn zudem, eine umfassende Geschichte der königlichen Schlösser in Potsdam zu schreiben. Zu diesem Zweck weilte Kopisch seit 1847 in Potsdam. Kopisch, der 1853 an einem Schlaganfall starb, schrieb das berühmt gewordene Gedicht über die Kölner Heinzelmännchen und erfand einen tragbaren Ofen zum Erwärmen kleiner Räume, den »Berliner Schnellofen«.
 

Kommentare sind geschlossen.