Der Kommunismus. Seit 1917 zur ideologischen Weltkarte gehörend wirft seine politische Gestalt noch immer mehr Fragen auf, als Antworten zu geben. Denn der Zusammenbruch des »Sozialistischen Lagers« und der UdSSR nach 1989 vollzog sich ebenso unerwartet und rapide wie der Aufstieg Chinas unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei. Anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution befasst sich der Buchautor und Publizist Gerd Koenen in der Ausstellung ›Der Kommunismus in seinem Zeitalter‹ im Potsdamer Bildungsforum mit den Ausprägungen der kommunistischen Bewegung. Auf der einen Seite waren diese »im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregimes wurden.« Auf der anderen Seite konnte die kommunistische Idee einen erstaunlichen jugendlichen Enthusiasmus sowie bedeutende intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bis die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten, so Koenen. Es sind genau diese konträren Wesenszüge, die das Phänomen »Kommunismus« so schwer fassbar machen. Daneben fand diese Thematik bis heute in der historischen Bildungsarbeit zu wenig Aufmerksamkeit. So haben die Organisatoren – neben Koenen die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie das Deutsche Historische Museum – die Gänge der Potsdamer Volkshochschule mit insgesamt 25 großformatigen Tafeln ausgestattet, die mehr als 200 zeithistorische Fotos und Dokumente zeigen. Die Tafeln sind mit QR-Codes versehen, über die sich passende Filmdokumente per Smartphone schnell und bequem im Internet aufrufen lassen. Die Ausstellung ist noch bis Ende Januar 2018 zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule zu sehen.

 

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