Foto: Günter Schneider

»Mutige Männer und Frauen Deutschlands haben sich zusammengeschlossen, um Lüge und Mord der Nazis ein Ende zu bereiten. […] Wir kämpfen für den sofortigen Frieden.« Einer dieser »mutigen Männer« war der 1926 geborene und aus Berlin stammende Eugen Herman-Friede. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung musste er 1943 untertauchen, um der Deportation zu entgehen. Er kam nach Luckenwalde, wo der 17-Jährige die Gründung der Widerstandsgruppe ›Gemeinschaft für Frieden und Aufbau‹ um Werner Scharff und Hans Winkler miterlebte. Die zirka 30-köpfige Gruppe war dezentral organisiert. Ihre wichtigste Aufgabe bestand zunächst in der Unterbringung und Versorgung von illegal Lebenden. Daneben verfasste sie Flugblätter, in denen aktiv zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime und zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs aufgerufen wurde. Lange Zeit blieb ihre Arbeit unbemerkt. Doch 1944 gerieten immer mehr Mitglieder in die Fänge der Gestapo, unter ihnen auch Herman-Friede und die beiden führenden Köpfe Scharff und Winkler. Während Herman-Friede und Winkler überlebten, wurde Scharff am 16. März 1945 im KZ Sachsenhausen erschossen.
Im Rahmen der Werkstattausstellung ›»Sechs Wochen sind wie lebenslänglich …« – Das Potsdamer Polizeigefängnis Priesterstraße/Bauhofstraße‹ der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße hält Babara Schieb am 15. Februar um 18 Uhr einen Vortrag über diese fast vergessenen Helden. Der Schauspieler Marc Zwinz liest anschließend aus Texten von Eugen Herman-Friede. Der Eintritt ist kostenfrei.

Vortrag zur Werkstattausstellung ›»Sechs Wochen sind wie lebenslänglich …« – Das Potsdamer Polizeigefängnis Priesterstraße/Bauhofstraße‹;
Donnerstag, 15. Februar, 18 Uhr;
Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße,
Lindenstraße 54, 14467 Potsdam;
Eintritt frei

 

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