Wer kennt sie nicht: Die Pusteblume, die ihre federweichen Samen mit dem Wind in luftige Höhen und auf Reisen schickt – und damit der Albtraum jedes Gärtners ist, der einen englischen Rasen pflegt? Die Pflanze, die mit ihren üppigen gelben Blüten jedes Kinderherz höher schlagen lässt und zum Blumenkranzbinden einlädt …
Obwohl als Unkraut verschrien, ist Löwenzahn eine wichtige Pflanze in der europäischen Heilkunde. Denn zu seinen Eigenschaften gehört eine trotzige Lebenskraft und die feste Verwurzelung im Boden. Kurz: Der Löwenzahn ist jemand, der kaum kleinzukriegen ist und sich fast überall wohlfühlt. Was er also in unser Leben bringt? Eine wahnsinnige Stärke, den Willen zu überleben. Nicht umsonst hat er seinen Namen: kraftvoll wie ein Löwe mit scharfen Zähnen zum Zubeißen, wenn Gefahr droht.
Das Spektrum des Löwenzahns an Heilwirkungen ist so breit, dass er eigentlich für fast alles gut ist. Mit seinen Bitterstoffen stärkt er die Leber und unterstützt den Körper, sich zu entgiften. Dank seines hohen Kaliumgehalts bringt er die Nieren auf Trab und sorgt somit für die Ausscheidung überschüssiger Flüssigkeit. Außerdem kräftigt er die Nerven und hilft bei Konzentrationsstörungen, Prüfungsstress und Vergesslichkeit. Als Zutat im Blasen- und Nierentee assistiert er den Harnorganen, Keime auszuspülen. Ach ja, und er regt sowohl den Appetit als auch die Verdauung an und lässt sich bei einer Vielzahl von Störungen einsetzen: etwa bei Blähungen, Verstopfung, Müdigkeit oder Fettunverträglichkeit. Nicht zuletzt gehört Löwenzahn in jede verjüngende Frühlingskur zur Aktivierung der Lebenskraft. Doch damit nicht genug: Als »Blutreinigungspflanze« verbessert Löwenzahn sogar die Haut. Es gibt Studien, die seine Anwendung bei Arthrose und allen mit Verschleiß einhergehenden Gelenkerkrankungen nahelegen. Dabei wird vor allem ein Nachlassen der Gelenksteifigkeit beschrieben.
Was dieses »Unkraut«, das den Menschen zu verfolgen scheint, doch so alles kann! Aber wer sich die Kräfte des Löwenzahnes zunutze machen will, der muss auf die Wiese. Durch eine Handvoll frischer Blättchen, am besten regelmäßig und frisch verzehrt, überträgt er seine unglaublichen Kräfte auf den eifrig essenden (Kräuter)Sammler.

 

Sammeln und Anwenden

Löwenzahn wird im Frühling geerntet. Die Wurzel gräbt man im Februar/März aus. Sie wird gereinigt, zerkleinert und für den Teeaufguss getrocknet. Aus der Wurzel kann ein »Kaffee« zubereitet werden. Dafür wird die getrocknete Wurzel in einer Pfanne ohne Fett geröstet, bis sie duftet und dunkel wird. Anschließend mahlen (z. B. in einer elektrischen Kaffeemühle) und wie normales Kaffeepulver mit kochendem Wasser aufgießen und trinken. Die Blätter können im Frühling frisch im Salat verzehrt oder auch für Tee gesammelt werden. Getrocknet stehen ihre Kräfte das gesamte Jahr zur Verfügung. Für einen Tee wird max. 1 EL frischer oder getrockneter Löwenzahn (Kraut und/oder Wurzel) mit kochendem Wasser übergossen, dann 20 min. zugedeckt ziehen lassen. Am besten vor dem Essen trinken.

Heilpraktikerin
Susanne Hackel

0176 .226 777 45
www.susannehackel.de

 

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