Für die vorliegende friedrich-Ausgabe war es für mich mal wieder besonders schwer, aus der Fülle toller deutschsprachiger Veröffentlichungen die wenigen hier vorzustellenden Alben auszuwählen. Den Platz ganz oben auf dem Stapel erkämpften sich die drei Kölner Jungs um Sängerin Ricarda Giefer von ›Liebe Frau Gesangsverein‹.
Anfangs stießen mir vor allem die Texte ins Ohr und fraßen sich mit den teils unkonventionellen, aber immer grandiosen Formulierungen fest in meine Ohren. Dazu kommt die Stimme von Ricarda, die mit ihren tollen, teils verschachtelten und niemals belanglosen Melodiebögen fasziniert. Ihre Stimme trägt immer eine absolute Ehrlichkeit in sich, und man spürt in jedem Moment die inhaltliche Energie und Bedeutung der Texte. Stimmlich schrammt sie oft genial knapp am Überschlag vorbei und lässt trotzdem die von mir geliebte Melancholie mitschwingen. Doch auch die drei Jungs an den Instrumenten liefern Grandioses ab. Das geht bereits beim Opener ›Es tut mir leid‹ los. Während sich der Drummer die Seele aus dem Leib trommelt, setzt die Gitarre die Akzente, kennt unglaublich viele Melodiebögen und Riffs, ist mal laut und mal leise und stellt sich immer wieder in den Hintergrund, nur um dann umso gewaltiger zurückzukommen. Genau so, wie man es von dem grandiosen Produzenten Kurt Ebelhäuser (Blackmail) auch erwartet. Ganz großes Kino!

 

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