›Lügen‹ sind »anders« – und das ist sofort mit den ersten Takt des Albums klar. Sie sind anders, aber doch voller Referenzen. Nicht nur, dass hier eine Frau »sprechsingt«, hier atmet der Punk noch einmal richtig durch. Musikalisch voll im Geiste der Sex Pistols, aber auch Sonic Youth grüßen aus der einen oder anderen Ecke. Jedenfalls haben ›Lügen‹ aber ihre ureigene Version von allem erschaffen. Völlig jenseits des derzeitigen allgemeinen Punkrock-Geschmacks. Hier sprudelt die Wut noch aus offenen Wunden, werden die Texte dem geneigten Publikum auf die Stirn gerotzt, hier lebt der Punk. Und auch richtig: sieben Songs zwischen 1:30 und 2:30 Minuten langen vollauf für ein mitreißendes (Punk)Album. Und es ist tatsächlich so, dass man nach den knapp 15 Minuten (sic!) so mitgenommen, aufgewühlt und wirr im Kopf ist, dass einem die paar (wenn auch grandiosen) Minütchen wie eine knappe Stunde herkömmlicher Musik vorkommen. Die Tracks haben im Übrigen verheißungsvolle Titel wie ›Spießerrutenlauf‹, ›Ein Leben lang(t)‹ oder ›Angst macht Lärm‹ – alles klar oder was?!

 

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