Die Potsdamer Band Hasenscheisse, Foto: Sandra Morgenstern

Kunst schafft Freiräume – könnte man vielleicht als eine Losung bezeichnen, die gern postuliert wird, wenn es darum geht, die Entfaltung kreativer Energien in einem gesellschaftlichen Umfeld theoretisch zu ergründen. Kunst braucht Freiräume – könnte man vielleicht als eine Lösung bezeichnen, die oftmals ungern gehört wird, wenn es darum geht, die Entfaltung kreativer Energien in einem gesellschaftlichen Umfeld praktisch umzusetzen. Klingt kompliziert, und das ist es aus Sicht von buchstäblich tonangebenden Künstlern in der brandenburgischen Landeshauptstadt leider auch. Vor vier Jahren wurden zahlreiche Proberäume am Brauhausberg aufgelöst. Die darauffolgenden Proteste und sich formierenden Kulturinitiativen schafften es, dass das ehemalige Rechenzentrum als Kreativstätte genutzt werden konnte. Dort kamen aufgrund der räumlichen Gegebenheiten allerdings keine Musiker unter, also diejenigen Künstler, welche die Sache erst ins Rollen gebracht hatten. Viele Potsdamer Bands konnten sich zum Glück in der Babelsberger Ahornstraße einmieten. Doch nun scheint ein neues Unglück hereinzubrechen: Nachdem viele Verträge zunächst neu aufgesetzt wurden – zu nicht hinnehmbaren Konditionen –, sind inzwischen sämtliche Verträge gekündigt. Die Leidensgenossen versuchen nun erneut, gemeinsam das Problem zu beheben. Langfristig soll eine bessere Vernetzung untereinander dagegen Abhilfe schaffen. Aber erst einmal müssen dringend Proberäume organisiert werden, und das ist ohne die Unterstützung von außen kaum zu stemmen. Gefragt ist hierbei jeder: »Der Handwerker, der einen Kellerraum frei hat, der nach Dienstschluss nutzbar wäre«, sagt Otto von der Rockformation Bullgine. »Oder vielleicht irgendein Millionär, der etwas Gutes tun will und ein Bandhaus stiftet«, fügt er lachend hinzu. Davon würden schließlich alle Seiten profitieren, denn auf den Festivals, in den Bars oder bei öffentlichen Festen will jeder von den einzelnen Künstlern und Bands unterhalten werden. Und darum bleibt am Ende die Frage: Was möchte man in Potsdam – auf den Straßen Musik oder Musiker auf den Straßen?

 

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